4 Bildungspolitische Empfehlungen

Aus den Ergebnissen der vorliegenden Untersuchung zum Englischen in Sachsen und aus dem Vergleich mit ähnlichen Untersuchungen läßt sich eine Reihe von bildungspolitischen Empfehlungen ableiten, die mit ähnlichen Ansätzen in diesem Bereich verglichen werden können (z.B. Frankel/Mackiewicz eds. 1992). Detailliertere Begründungen für die Notwendigkeit der im folgenden angeführten Maßnahmen sind bereits an den entsprechenden Stellen in den vorangegangenen Kapiteln gegeben worden. Zusammenfassend seien nur die Maßnahmen nochmals genannt.

4.1 Austauschprogramme

Verstärkt sollten in Zukunft bestehende Schüleraustauschprogramme gefördert und vor allem neue Schüleraustauschprogramme eingerichtet werden. Empfehlenswert ist es insbesondere, den Schüleraustausch so früh wie möglich anzubieten und nicht nur in den höheren Jahrgangsstufen.

Es ist dringend notwendig, den Lehreraustausch zu fördern. Wünschenswert wäre der Aufbau eines Austauschsystems, bei dem die Lehrer im jeweiligen Austauschland in das Schulleben einbezogen werden und selber unterrichten. Dies würde auch dem Kennenlernen neuer Lehrmethoden dienen.

Das Potential der Fremdsprachenassistenten wird bisher noch untergenutzt. Sie sollten noch stärker in das Unterrichtsgeschehen einbezogen werden. Zur Unterstützung des bilingualen Unterrichts sollten gezielt Assistenten angeworben werden, die über Kenntnisse in den bilingual unterrichteten Fächern verfügen.

4.2 Spezielle Unterrichtsformen an Gymnasien

Der bilinguale Sachunterricht ist viel mehr zu fördern. In verstärktem Maß ist v.a. die Aufklärung über die Bedingungen und den Nutzen von bilingualem Unterricht voranzutreiben. Insbesondere muß der Vorstellung entgegengetreten werden, bilingualer Unterricht vernachlässige die Schulung in der Muttersprache und bestimmte Themen würden nur noch in der Fremdsprache behandelt.

4.3 Internet

Der Anschluß der Schulen an das Internet sollte vorangetrieben und der Zugang innerhalb der Schulen in größerem Maße als bisher ermöglicht werden. Voraussetzung für eine umfassendere Annahme des Internets ist die Anleitung der Lehrer zur Benutzung. Diese Anleitung sollte fester Bestandteil der Aus-, Weiter- und Fortbildung werden; an den Schulen selbst müßten die Fachleiter für das Fach Englisch Multiplikatorfunktion auch in dieser Hinsicht übernehmen. Den Lehrern sollten Hinweise über Wege zur Information, also beispielsweise die Internet-Adressen von Datenbanken und Nachschlagewerken, an die Hand gegeben werden.

Wenn durch gezielte Schulung sichergestellt ist, daß genügend Lehrer das Medium Internet nutzen können, könnten Teile der Weiterbildung und der Fortbildung zur Zeitersparnis in Form von modernen Lehrbriefen und programmiertem Unterricht auf das Internet verlagert werden.

Angeregt wird die Einrichtung eines Internet-Diskussionsforums für die Schulen mit bilingualem Unterricht. E-Mail-Partnerschaften von seiten der Schüler ins Ausland sind besonders anzuregen und zu fördern.

An Gymnasien mit zwei Fremdsprachen sollte darüber nachgedacht werden, ob neben Französisch nicht auch wieder/weiterhin Russisch angeboten werden sollte. In Gymnasien mit drei Fremdsprachen sollte dies unbedingt der Fall sein. Wenn Sachsen sich auch in dieser Hinsicht als Ost-West-Drehscheibe etablieren will, scheint dies angemessen.

4.4 Fortbildung

Das Angebot an Fremdsprachenkursen für Hörer aller Fakultäten an den Universitäten kann noch umfassender als bisher genützt werden.

Dienstleistungs- und Industrieunternehmen, die Fremdsprachenkenntnisse benötigen, sollten die Fortbildung ihrer Mitarbeiter noch mehr unterstützen; qualifizierte Fachkräfte in Sprachschulen sollten sich auf solche Kurse spezialisieren. Besonders benötigte Fähigkeiten scheinen solche zu sein, die in Zusammenhang mit dem Führen von Telefonaten sowie dem Lesen und Schreiben von Briefen stehen. Neben der Analyse der branchenspezifischen Bedürfnisse ist es ratsam, im Vorfeld von speziellen Fortbildungskursen auch die Bedürfnisse der Firmen herauszufinden, die sich aus der Häufigkeit des Kontaktes zu bestimmten Ländern ergeben, in denen eine der großen nationalen Varietäten des Englischen oder aber Englisch nicht als Muttersprache gesprochen wird.

 


 

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