Projektzusammenfassung

Das Gesamtziel des Projekts bestand darin, den Wandel von Einstellungen und Bedarf zum Englischen in Sachsen zu dokumentieren. Daraus ergab sich eine kritische Analyse des Wandels von Sprachverhalten und Spracheinstellungen in Sachsen. Geradezu beispielhaft für Mittel- und Osteuropa zeigte sich am Fremdsprachenverhalten der durch die Grenzöffnung im November 1989 eingeleitete radikale Orientierungswechsel Ostdeutschlands nach Westen hin.

Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens können die politische und wirtschaftliche Planung auf diesem Gebiet beratend unterstützen. Das Wissen um die realistische Bedeutung einer Fremdsprache im wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zusammenhang ist entscheidend für weitere Maßnahmen im schulischen und universitären Bereich, aber auch in privatwirtschaflichen Unternehmen.

Methodisch bediente sich dieses Forschungsvorhaben quantitativer und qualitativer Forschungsansätze: Fragebögen, Interviews und sonstige Bestandsaufnahmen zum Vergleich mit ähnlichen Untersuchungen. Geeignete Bereiche und Aufgaben dieses Projektes wurden auch von Teilnehmern eines Seminars übernommen, das an der TU Chemnitz durchgeführt wurde, und aus dem drei Magister- bzw. Staatsexamensarbeiten erwuchsen.

Die Daten wurden mit Hilfe mehrerer großer Fragebogenaktionen in den IHK-Bezirken Chemnitz und Leipzig sowie im Oberschulamtsbezirk Chemnitz erhoben und durch zahlreiche Einzelinterviews in verschiedenen Städten Sachsens, v.a. Leipzig, Dresden und Chemnitz ergänzt. Später wurden sie unter Zuhilfenahme statistischer Programme (SPSS) analysiert und ausgewertet. Insgesamt wurden Fragebögen von insgesamt 24 Gymnasien, 153 Mittelschulen, 45 Dienstleistungsbetrieben und 108 Industriebetrieben ausgewertet.

An den Schulen wurden Fragen gestellt zu den Bereichen Lehrplan, Medieneinsatz im Unterricht, Schwierigkeiten bei der Vermittlung von Englisch, Austauschprogramme, Internet, Einstellungen zur englischen Sprache und Meinungen über die Bildungspolitik. Meinungen über die Bildungspolitik wurden auch in den Dienstleistungs- und Industriebetrieben erfragt, ebenso wie Einstellungen zur europäischen Sprachenpolitik. Weiteres Augenmerk wurde darauf gerichtet, welche Fremdsprachen in den Unternehmen gesprochen werden und wie gut, welche Tätigkeiten in Fremdsprachen erledigt werden, zu welchen Ländern Kontakte auf englisch unterhalten werden und welchen Fremdsprachen bei der Verständigung zwischen Sachsen und seinen Nachbarn eine Rolle zukommt.

Hervorzuheben ist grundsätzlich die sehr positive Einschätzung des Englischen. Handlungsbedarf ergibt sich für eine Ausweitung von Schüler- und Lehreraustauschprogrammen, für die Förderung der Nutzung des Internets, für die Unterstützung des bilingualen Unterrichts und für eine Stärkung des Interesses an Fremdsprachenfortbildung auf seiten der Unternehmen.

 


 

Titel und Inhalt
Projektzusammenfassung
Kapitel 1
R1C3