Forschungsschwerpunkte der Fakultät
Die Fakultät versteht sich als naturwissenschaftliche Fakultät, die sich
in enger Verbindung von Chemie und Physik mit experimentellen und
theoretischen Methoden naturwissenschaftlich orientierten Grundlagen und
Anwendungen widmet und sich dabei auf drei ausgewählte
Forschungsschwerpunkte konzentriert. Diese Schwerpunkte sind
- Komplexe Materialien (KM)
- Molekulare Systeme (MS)
- Naturwissenschaftliche Modellierung und Simulation (NMS)
Der Vorteil dieser Schwerpunktbildung besteht darin, dass methodische
Aspekte, die auch über die engere Anwendung in den Naturwissenschaften
hinaus gehen können, disziplinorientiert jeweils in einem Schwerpunkt
zusammen gefasst werden.
Der
Forschungsschwerpunkt "Komplexe Materialien" konzentriert sich auf
Aspekte der Physik und Chemie von Grenzflächen und Bulk-Phasen, die für
die Entwicklung neuer Materialien entscheidend sind. Dabei sollen
Materialien eingeschränkter Dimension oder eingeschränkter Ordnung den
Schwerpunkt der Forschung bilden. Eingeschlossen sind Aktivitäten zur
Synthese und Charakterisierung mikroskaliger und ungeordneter Systeme
bis hin zur Realisierung mikroskopischer Bauelemente, Maschinen und
Reaktoren.
Der Schwerpunkt vereint Grundlagenforschung zu materialrelevanten
Wirkprinzipien mit anwendungsorientierter Forschung. Eine enge
Zusammenarbeit mit Ingenieurwissenschaften wie der Werkstoffkunde und
den Mikrotechnologien ist nötig zur Wahrung des Praxisbezugs der
Forschung. Partnerschaften mit der Fakultät für Maschinenbau, dem
Zentrum für Mikro-technologien und dem Mikrofabrikationszentrum der
Fraunhofer-Gesellschaft bieten beste Voraussetzungen hierfür.
Der
Forschungsschwerpunkt "Molekulare Systeme" realisiert eine in
Deutschland sehr seltene enge Verknüpfung von Physik und Chemie mit
anderen Gebieten wie Nanotechnologie oder Photonik. Er schließt auch
angewandte Aspekte der Forschungsgebiete wie Laserdiagnostik und
Präparation ein. Dabei setzt er im Bereich der Physik insbesondere die
Forschungsrichtung des von 1994 - 1999 bestehenden Innovationskollegs
fort und beschäftigt sich auf Seiten der Chemie mit unterschiedlichen
Fragestellungen im Bereich molekularer Reaktivität. In diesem
Zusammenhang steht ebenso das DFG-Graduiertenkolleg "Akkumulation von
einzelnen Molekülen zu Nanostrukturen". Methodisch entwickelt er
spektroskopische und mikroskopische Verfahren sowie Speichermethoden für
Einzelobjekte, die als Leistungen auch über den Schwerpunkt hinaus an
der TU Chemnitz zur Verfügung stehen. Dazu ist die Etablierung eines
Zentrums für Nanoanalytik und Nanomaterialien geplant. Darüber hinaus
wurden die Junior-Professuren "Photonik und optische Materialien" und
"Organische Halbleiter", letztere mit engem Bezug zum Schwerpunkt KM,
eingerichtet.
Der
Forschungsschwerpunkt "Naturwissenschaftliche Modellierung und Simulation"
wird wesentlich durch methodische Aspekte geprägt, die vor
allem in den theoretisch arbeitenden Forschergruppen verankert sind. Der
Schwerpunkt ist sowohl durch zukunftsweisende physikalisch-mathematische
Konzepte, als auch durch seine analytischen und darauf aufbauenden
numerischen Methoden charakterisiert, und befasst sich insbesondere mit
den in den Natur- und Ingenieurwissenschaften immer wichtiger werdenden
Simulationsverfahren. So werden in diesem Schwerpunkt mit analytischen
und numerischen Methoden funktions-relevante Wirkmechanismen analysiert,
modelliert und simuliert, wobei im Vordergrund die Frage nach den
Ursachen für komplexe Verhaltensweisen von Systemen und Materialien
steht.
Die Anwendungsgebiete reichen von der atomaren Skala bis hin zu
makroskopischen Systemen. Die chemisch und physikalisch orientierten
Arbeiten in diesem theoretisch-metho- dischen Schwerpunkt bilden die
notwendige Fundierung für die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Gerade
die sich mit den Konsequenzen von "Unordnung" befassenden Arbeiten
bilden eine wichtige Brücke zu den beiden anderen
Forschungsschwerpunkten, doch geht dieser Forschungsschwerpunkt in
seinem wissenschaftlichen Anspruch und seiner Tragweite über diese
Anwendungen hinaus.
Der Schwerpunkt hat stark interdisziplinären Charakter, der sich an der
TU Chemnitz auf verschiedenen wissenschaftlichen Ebenen in Kooperationen
mit Ingenieuren, Mathematikern und Informatikern niederschlägt. Er
stellt in seiner interdisziplinären Ausprägung für die TU Chemnitz ein
Sonderstellungsmerkmal in der deutschen Forschungslandschaft dar und
trägt in besonderer Weise den Studiengang "Computational Science".