Goldene Pforte - Freiberger Dom Seit dem ersten Drittel des 12. Jahrhunderts entwickelte sich nach der Schwere der Romanik, zuerst durch die Bauhütten der Île de France, ein neuer, revolutionärer Baustil: die Gotik. Wie der Begriff Romanik stammt auch die Bezeichnung Gotik aus späterer Zeit, war allerdings ursprünglich abschätzig gemeint, da die Goten als Barbaren galten.
Kennzeichen dieses Baustils sind insbesondere Spitzbögen und Rippengewölbe in tragender Funktion. Statt getrennter Bauteile bringt die Gotik zusammenhängende, lichte Räume hervor, die gen Himmel zu streben scheinen. Die neuartigen Strebebögen und -pfeiler erlaubten mehr und größere Fenster als bisher: Die trutzige Gottesburg wurde durch "Lichtschreine" abgelöst. Die meist farbigen Fenster und die Innenausmalungen müssen diesen Eindruck noch unterstützt haben.
Die symbolische Bedeutung des Kirchenbaus blieb erhalten, so stehen z.B. Säulen für Apostel und Propheten.
Die Orden näherten sich zum Teil in den Bauformen wieder der frühchristlichen Basilika. Das Ideal der Askese und Armut sprach gegen die Prachtentfaltung der Herrscherkirchen. So verzichteten die Zisterzienser auf Westwerk, farbige Fenster, Schmuckelemente außen wie innen und auf Türme. Lediglich ein einfacher Dachreiter für die Glocke war für Zisterzienser-, aber auch für Bettelordenskirchen vorgesehen.
Das Dekor der Außenfassaden wurde im Laufe der Entwicklung immer üppiger. Zu immer realistischer werdenden Pflanzendarstellungen kamen häufig auch Tierfiguren und symbolisierten so das paradiesische Zusammenleben. Die Menschendarstellungen bilden zunehmend auch Herrscher ab.
In Deutschland setzte sich die Gotik um die Mitte des 13. Jahrhunderts durch. Kennzeichnend sind hier zunächst Basiliken (beispielsweise die Dome zu Köln und Freiburg) und später Hallenkirchen, wie in Sachsen die St. Annen-Kirche zu Annaberg und der Freiberger Dom. In der Klosterarchitektur wurden oft schlichtere Bauten vorgezogen, da ihr Zweck nicht Repräsentation, sondern Gebet war. Eine beispielhafte Klosteranlage der Gotik in Deutschland ist das Zisterzienserkloster Maulbronn.
Eine Sonderform der Gotik ist die norddeutsche Backsteingotik, die aufgrund des Baumaterials zwar keine so große Durchbrechung der Mauern erreichen konnte, dafür aber Ziegel als dekoratives, auch farbiges Element einsetzte. Die Kirche des Klosters Altzella wies Ziegelelemente auf.

Gotik