Wirkungsbilanzierung


Überblick

Bei der Wirkungsbilanzierung werden die umweltlichen Wirkungen der in der Sachbilanz erfaßten In- und Outputs ermittelt. Diesen Wirkungen lassen sich nicht einfach zu einer Umweltwirkung aufsummieren, Stattdessen bestehen unterschiedliche Wirkungskategorien. Daher wird folgendes gestuftes Vorgehen notwendig:

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Ermitteln relevanter Wirkungskategorien

Unter Wirkungskategorien werden anthropogen verursachte, schädliche Effekte in der Umwelt verstanden. Für die Wirkbilanzierung sollen weitestgehend voneinander unabhängige Effekte als Wirkungskategorien gewählt werden. So ist das Waldsterben zwar ein schädlicher Effekt in der Umwelt, aber es verkörpert eine Folge der Effekte Versauerung, Photosmogs und toxischer Einwirkungen. Daher sind Versauerung, Photosmog und Toxizität als Wirkungskategorie zu wählen.

Wirkungskategorien sind synonym zu Umweltproblemfeldern zu verstehen. Grundlage der hier vorgeschlagenen Bewertung sollten acht Umweltproblemfelder bilden, die international weitestgehend anerkannt sind.

Umweltproblemfelder:

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Klassifizieren der Wirkungen einzelner In- und Outputs

Die Daten der Sachbilanz sind nun den Wirkungskategorien zuzuordnen. Dazu sind die Ursachen-Wirkungsbeziehungen zu erkennen. Hinweise finden sich im Umweltwirkungskatalog und in den Beschreibungen der Umweltproblemfelder.

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Charakterisieren der Wirkungen je Kategorie

Innerhalb einer Wirkungskategorie tragen in der Regel mehrere Schadstoffe zu dem entsprechenden umweltschädigenden Effekt bei. Ziel des Charakterisierens ist es, die spezifischen Beiträge der einzelnen Stoffe zusammenzufassen. Dazu sind

Für sogenannte Massenschadstoffe, bei denen die Umweltschädigung global und annährend proportional zur Emissionsmenge erfolgt, sind Äquivalenzfaktoren zur Umrechnung der verschiedenen Schadstoffe bekannt.

Haben die Umweltproblemfelder eher lokalen Bezug, treten Schwellenwerte auf und/oder spielen die vorhandenen Expositionen eine Rolle, so verbietet sich weitestgehend der Einsatz von Äquivalenzfaktoren. In solchen Fällen kommt der qualitativen Beschreibung der Wirkung besondere Bedeutung zu. Dazu dienen die toxikologische Fachliteratur, Rücksprachen mit Behörden zu lokalen Hintergrundbelastungen u.a.m. In der Regel wird eine verbal-argumentative Bewertung durchzuführen sein.

Aussagen zu den konkreten Wirkungskategorien finden sich in den Beschreibungen der Umweltproblemfelder.

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Normalisieren der Wirkungen unterschiedlicher Kategorien

Zum Zwecke einer Auswahl unter Varianten ist es notwendig, alle Wirkungen zu einem Wert je Variante zu verdichten, um durch einen Vergleich dieser normalisierten Werte die beste Variante zu finden.

Dies heißt, einen gewissen globalen Anstieg der Temperatur mit einer gewissen Zahl Krebstoter gleichzusetzen. Ist es bereits schwierig, wissenschaftliche Aussagen über die Folgen des Temperaturanstieges und Ursache-Wirkungsbeziehungen bei Krebserkrankungen zu treffen, so bleibt auch die ethische Frage der Wertigkeit zwischen purem Überleben, Gesundheit und dem Erhalt der Ökosphäre zu beantworten.

Dies kann in einem Fabrikplanungsprojekt nicht geklärt werden! Daher sollte zunächst die Notwendigkeit der Normalisierung geprüft werden.

Bleibt dennoch eine Normalisierung notwendig, bieten sich folgende Möglichkeiten:

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Hinweise und Anfragen bitte an ibf.ufa@mbv.tu-chemnitz.de
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