Systems Engineering beschreibt die Herangehensweise, komplexe Entwicklungen in beherrschbare Systeme zu zerlegen und selbige interdisziplinär zu handhaben. Im Zentrum dessen steht in der Regel die Lösung eines bestimmten Problems, welche durch einen Systems Engineer in besonders strukturierter Vorgehensweise angegangen wird. Dabei unterstützt das Systems Engineering als eine Sammlung von Methoden und Praktiken zum systematischen Problemlösen. Daraus lässt sich ableiten, dass Systems Engineering nicht auf ein bestimmtes Fachgebiet oder eine konkrete Branche begrenzt ist, sondern sich überall integrieren lässt. An der TU Chemnitz wird Systems Engineering vor allem auf die international ausgerichtete Planung und Betreibung von Fabrik- und Produktionssysteme bezogen. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Aspekt der Ganzheitlichkeit, die Betrachtung aller existierenden Teilsysteme sowie deren Interaktion – getreu Aristoteles’ Leitsatz „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!“
(Autor: Marcus Gutzer)
Dr. Dieter Scheithauer, EADS Militärflugzeuge und Vorsitzender der Gesellschaft für Systems Engineering:
Dipl.-Ing. Sven-Olaf Schulze, AIRBUS Bremen:
Dr. Armin Schulz, Unternehmensberatung 3D Systems Engineering GmbH:
Systems Engineering Studenten zeigen Engagement
Im Frühjahr angestoßener Arbeitskreis SISE nimmt konkrete Formen an
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Foto von links: David, Marcus (Chemnitz), Andreas, Dirk (Duisburg/Essen), Rasmus, Frederik (Bremen) |
Nachdem im April diesen Jahres Systems Engineering (SE) Studenten der Universitäten Bremen und Chemnitz auf einem gemeinsamen Workshop den Arbeitskreis „Studenteninitiative Systems Engineering“ (SISE) ins Leben riefen, wurde das Projekt in der vergangenen Woche entscheidend vorangetrieben. Bereits im Juni gelang es beim diesjährigen Ausbildungsforum der Gesellschaft für Systems Engineering (www.gfse.de), zusätzliche Studenten der Uni Duisburg/Essen für das gemeinsame Vorhaben zu begeistern. Der derzeitige Wirkungskreis beläuft sich somit auf drei Hochschulen. Um die Ziele der erweiterten SISE zu konkretisieren und die Vorhaben für die kommenden Monate festzulegen, wurde das erste gemeinsame Treffen in Wolfsburg für den 9. und 10. August organisiert
Zu Beginn des Treffens verständigten sich die sechs Studenten darauf, auch weiterhin einen engen informatorischen Kontakt zur GfSE zu pflegen, in der Arbeitsweise und den Zielsetzungen aber weitgehend unabhängig zu agieren. Des Weiteren wird es zukünftig an jeder Universität einen konkreten Ansprechpartner für Fragen und Anregungen bezüglich der SISE geben. Selbiger wird zusätzlich die Aufgabe haben, alle SE Studenten der Hochschule über aktuelle Neuigkeiten der Studenteninitiative zu informieren. Für die TU Chemnitz wird dieses Amt in den nächsten Tagen vergeben und dann über den internen Emailverteiler bekannt gegeben.
Einen wichtigen Diskussionspunkt stellte während des Treffens die Ausgestaltung der SISE Homepage (http://ms.fse.uni-due.de/sise/) dar. Neben einer Auflistung aktuellster Neuigkeiten sowie anstehender Veranstaltungen nimmt man sich hier in Kürze der Erläuterung des Systems Engineerings aus studentischer Sicht an. Dies ist für allgemein Interessierte, wie z.B. potentielle Studienanfänger, ebenso gedacht wie für bereits Studierende. Im ersten Schritt entwarf man ein Modell zur Definition des Begriffs „System“ anhand einfachster Beispiele aus dem Alltag. Selbiges wird in Kürze auf der Homepage einzusehen sein. Darauf aufbauend verständigten sich die Studenten auf die Erläuterung des Systems Engineerings, wobei zuvorderst der Methodenvorrat diskutiert wurde. Als zusätzliches Kriterium für SE konnten die Gemeinsamkeiten der drei Studiengänge in Bremen, Duisburg/Essen und Chemnitz herausgestellt werden: Dazu zählen die Interdisziplinarität und die damit einhergehende Kommunikation an den Schnittstellen der Spezialgebiete, die voranschreitende Internationalität, die Projektorientierung sowie der allgegenwärtige Systemgedanke. Zur Verdeutlichung dieser Erläuterungen wird es auf der Homepage eine Darstellung praktischer Inhalte wie dem Bremer LEGO Mindstorms Projekt oder dem Chemnitzer Softwarepraktikum geben. Anhand dieser Praxisaufgaben soll die Allgegenwärtigkeit des Systems Engineerings in studentischen Projekten aufgezeigt werden.
Der dritte Schwerpunkt des SISE Workshops in Wolfsburg beschäftigte sich mit zukünftigen Veranstaltungen. Zum einen wurde dabei das Stattfinden halbjährlicher Treffen an wechselnden Standorten beschlossen, um die regelmäßige Abstimmung der Studenten aller beteiligten Universitäten untereinander zu ermöglichen. Im Zuge dessen wird es in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt Maßnahmen geben, Studenten weiterer Hochschulen für die SISE zu begeistern. Des Weiteren ist man bestrebt, den Bekanntheitsgrad der Studenteninitiative sowohl bei den Studierenden als auch bei Industrie und Wirtschaft zu erhöhen. Zur Erreichung dieses Ziels ist die Beteiligung an verschiedenen SE Veranstaltungen in ganz Deutschland geplant, so beispielsweise zum Tag des Systems Engineerings am 17. November 2006 in Bremen. Dort wird sich die SISE erstmalig einem breiten Publikum präsentieren und dabei gezielt über ihre Vorhaben informieren. Dazu baut man auch auf das Interesse möglichst vieler SE Studenten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass das Projekt der Studenteninitiative Systems Engineering durch das äußerst produktive Treffen engagierter Studenten in Wolfsburg einen weiteren Schub bekommen hat und mit der Beteiligung weiterer motivierter Interessenten einer Erfolg versprechenden Zukunft entgegenblickt.
(Autoren: Marcus Gutzer, David Jentsch)
Sebastian Böttcher gewinnt 3. Platz beim Studienpreis der GfSE
Sebastian Böttcher, der im Studiengang Systems Engineering, in der Vertiefungsrichtung Fabriksysteme sein Studium absolvierte, belegte Platz 3 bei der Vergabe des Studienpreises der Gesellschaft für Systems Engineering. Die Diplomarbeit wurde von Herrn Prof. Dr.-Ing. E. Müller, Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb betreut.
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Das Thema der Diplomarbeit ist die „Methodenentwicklung zur Unterstützung einer schlanken Fabrikplanung in einer Unternehmensberatung und Gestaltung eines Planspiels zu deren Visualisierung“. Auf Basis der Analyse verschiedener in der Literatur beschriebener Planungsansätze erfolgt die Entwicklung einer eigenen Methode zur Planung eines Just-inTime-Layouts unter Anwendung der Wertstromanalyse und des Wertstromdesigns. Darauf aufbauend folgt die Entwicklung eines Planspiels zur Verdeutlichung der mit der Planungsmethode erzielbaren Effekte.
Die Gesellschaft für Systems Engineering hat in diesem Jahr das erste Mal einen Studienpreis für Diplom- bzw. Masterarbeiten auf dem Gebiet des Systems Engineering vergeben. Als Silber- und Bronze-Sponsoren traten die Firmen BMW AG (Silber), 3D Systems Engineering GmbH (Silber), EADS Astrium GmbH (Silber), EADS Military Air Systems (Silber), Fahney Anforderungsingenieurwesen (Silber), RAMS-Con Management Consultants (Bronze) auf.
Veröffentlichung der Pressestelle der TU Chemnitz unter "Uni aktuell" vom 31.01.2005
Glückwunsch zum sehr guten Diplom
Sebastian Böttcher ist der erste "Systems Engineering"-Absolvent der TU Chemnitz
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Prof. Dr. Egon Müller (l.), Inhaber der Professur Fabrikplanung
und Fabrikbetrieb, gratuliert Sebastian Böttcher zum hervorragenden
Studienabschluss. |
Er ist der erste Student, der den Studiengang "Systems
Engineering" erfolgreich abgeschlossen hat: Sebastian Böttcher aus Lichtenwalde.
In der vergangenen Woche verteidigte er seine Diplomarbeit zum Thema
"Methodenentwicklung für eine schlanke Fabrikplanung und Gestaltung eines
Planspiels für die Porsche Akademie" mit der Note "sehr gut". Nach reichlich
zehn Semestern bekommt der junge Mann nun sein Diplom
überreicht.
Stichwort:
Studiengang "Systems
Engineering"
Dieser interdisziplinär ausgelegte Studiengang wurde im
Wintersemester 1999/2000 an der TU Chemnitz eingeführt. Er vermittelt den
Studierenden Kompetenzen in Produktions- und Betriebswissenschaften, in
Informations- und Kommunikationstechnologien, in interkultureller Kommunikation
und fremdsprachlicher Verhandlungs- führung, in der kundenorientierten Herstellung
und Inbetriebnahme komplexer Anlagen sowie im Management vernetzter
Kooperationssysteme. Damit werden in diesem Studiengang Ingenieure für national
und international tätige Produktions- und Dienstleistungsunternehmen
ausgebildet, die in der Lage sind, komplexe Systeme zu akquirieren, zu planen,
zu produzieren und zu betreiben.
Das Studium kann nach zehn Semestern mit
dem deutschen Diplom oder bereits nach sieben Semestern mit dem international
anerkannten Bachelorgrad und weiteren drei Semestern mit dem Mastergrad
abgeschlossen werden.
Weitere Informationen sind erhältlich bei der
Zentralen Studienberatung der TU Chemnitz, Straße der Nationen 62, 09111
Chemnitz, Telefon 03 71 / 5 31 - 18 40, -16 37, - 16 90, E-Mail studienberatung@tu-chemnitz.de
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Mario Steinebach
31.01.2005