Professur Arbeitswissenschaft

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Die dezidierte Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in die Arbeitssysteme hat eine fast 170-jährige Geschichte in Deutschland.
Einen Meilenstein bildet 1884 das Reichsunfallversicherungsgesetz, mit dem die Basis für die gewerbliche Unfallversicherung geschaffen wurde.
Humane Gründe und die Achtung der Menschenwürde stehen in der heutigen Gesellschaft an vorderster Stelle. Jeder Unfall mit Personenschaden, jede berufsbedingte Erkrankung stellt für die Arbeitspersonen eine Beeinträchtigung ihrer Gesundheit dar und mindert letztlich sehr oft das unternehmerische Gesamtergebnis, den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebes. Im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz liegt somit für den Unternehmer ein hohes Potential der Leistungs- und Qualitätssteigerung verborgen. Diesem Grundsatz folgt die Arbeit unserer Teammitglieder in Lehre, Forschung und Dienstleistung.

In der Lehre steht die Zusatzausbildung der Studenten zur Fachkraft für Arbeitssicherheit in den Stufen I und II im Mittelpunkt der Teamarbeit.
Seit 1993 werden an der Professur Arbeitswissenschaft Sicherheitsingenieure ausgebildet.

Die Weiterentwicklung von Arbeitsschutzmanagementsystemen (AMS) bildet den Schwerpunkt der Forschungsarbeit des Teams.
Für den Bereich der öffentlichen Schulen des Freistaates Sachsen entwickelt unser Team das AMS „AManSys“ aus den bestehenden Erfahrungen mit der Entwicklung ähnlicher Systeme aus dem gewerblichen Bereich, mit erprobter und bewährter Aufbaustruktur.
Das System wird getragen von einem Leitgedanken und besteht im wesentlichen aus einem Praxishandbuch mit standardisierten Verfahrens- und Arbeitsanweisungen zum Arbeitsschutz und mitgeltenden Dokumenten.

Dienstleistungsaufgaben liegen im Bereich der Beratung zu allen Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes sowie bei der Unterstützung zur Analytik und Bewertung von:

  • Schallpegel und Frequenzspektrum, Beurteilen von Lärmsituationen,
  • Gestaltung von Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Bekämpfung von Lärm
  • auf den Menschen einwirkenden technischen Schwingungen
  • Luftverunreinigungen durch gasförmige und feste Gefahrstoffe
  • Klimagrößen, Berechnen von Klimasummenmaßen und Bewertung der Beanspruchung durch das Klima in Arbeitsräumen
  • Beleuchtungen in Arbeitsräumen und an Arbeitsplätzen
  • optimaler farblicher Gestaltung von Erzeugnissen, Arbeitsmitteln und Arbeitsräumen

Methoden und Messinstrumente dabei sind:

  • Gefährdungsanalyse nach DGUV
  • Schallpegel- und Frequenzanalysator mit Auswertesoftware von Bruel & Kœr
  • Schwingungsmesstechnik für Hand-Arm-Schwingungen und Ganzkörperschwingungen von Bruel & Kœr
  • Dräger - Prüfröhrchenverfahren
  • Klimaanalysator, Bestimmung von Klimasummenmaßen
  • Staub - Konimeter, Feinstaubmessgeräte
  • Leuchtdichte- und Beleuchtungsmesser