Wirtschaftsmathematiker sind für die meisten innovativen Unternehmen unverzichtbar. Der Grund hierfür liegt nicht nur in ihren theoretisch fundierten und zugleich anwendungsbereiten Kenntnissen auf einem so universellen Gebiet wie der Mathematik, sondern sie zeichnen sich auch durch logische Denkweise, Abstraktionsvermögen, sprachliche Genauigkeit, Flexibilität, die Fähigkeit zum exakten wissenschaftlichen Arbeiten und zur Teamarbeit, Selbständigkeit und Kreativität bei der Anwendung und praktischen Umsetzung mathematischer Kenntnisse aus. Auf die Herausbildung dieser Fähigkeiten sowie den Erwerb weiterer Schlüsselkompetenzen wird beim Studium der Wirtschaftsmathematik in Chemnitz geachtet, und es sind nicht zuletzt eben diese Fähigkeiten, die den Absolventen beste berufliche Perspektiven eröffnen. Hinzu kommen anwendungsbereite Informatikkenntnisse und ein fundiertes wirtschaftswissenschaftliches Wissen.
| Voraussetzung: | in der Regel allgemeine Hochschulreife | |
| Regelstudienzeit: | 9 Semester | |
| Abschluss: | Diplom-Wirtschaftsmathematiker/in | |
| Studienbeginn: | in der Regel Wintersemester |
Die Entwicklung in Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft lassen auch in Zukunft einen großen Bedarf an anwendungsorientierten, leistungsbereiten Mathematikabsolventen erwarten.
Wirtschaftsmathematiker finden ihre beruflichen, vorwiegend praktisch orientierten Einsatzfeld besonders bei:
Sie können vielfältige Aufgaben wahrnehmen, von der Modellierung und optimalen Gestaltung wirtschaftlicher und soziologischer Prozesse über die Produktentwicklung im Finanz- und Versicherungswesen bis hin zu Marktforschung und Consulting.
Bei entsprechenden Voraussetzungen ist auch eine wissenschaftliche Laufbahn an Hochschuleinrichtungen oder Forschungsinstituten möglich.
Das Studium gliedert sich in:
Im Grundstudium lernen die Studenten die wichtigsten Zweige der
reinen und angewandten Mathematik kennen. Hierzu gehören vor allem:
Darüber hinaus werden Grundkenntnisse in der Informatik vermittelt.
Zur Ausbildung in den Wirtschaftswissenschaften gehören allgemeine Grundlagen in:
Die Technische Universität bietet ein breites Spektrum an Vorlesungen
in den Geistes- und Sozialwissenschaften, deren Besuch auch für den
Wirtschaftsmathematiker empfehlenswert ist.
Der Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen bildet eine wichtige Voraussetzung für eine spätere erfolgreiche Tätigkeit unter den Bedingungen eines globalen Arbeitsmarktes.
Das Grundstudium wird mit der Diplom-Vorprüfung abgeschlossen.
Im Hauptstudium sind Lehrveranstaltungen zur mathematischen Breitenausbildung (Funktionalanalysis, Gewöhnliche Differentialgleichungen u. a.), zur Wirtschaftsmathematik, Wirtschaftsinformatik, in Wirtschaftswissenschaften und Recht zu besuchen, wobei in jedem der aufgezählten Bereiche Wahlmöglichkeiten im Rahmen der Wahlpflichtausbildung bestehen.
Innerhalb des Gebietes Wirtschaftsmathematik, das sich vorrangig mit mathematischen Grundlagen von Optimierung, Operations Research, Stochastik und Statistik, sowie deren Anwendungen und rechentechnischer Umsetzung befasst, ist eine Vertiefungsrichtung zu wählen, in der sinnvoller Weise auch die Diplomarbeit geschrieben wird.
Ausgewählte Angebote in der Vertiefungsrichtung Optimierung:
Ausgewählte Angebote in der Vertiefungsrichtung Stochastik:
In Wirtschaftsinformatik können u.a. Lehrveranstaltungen aus nachstehenden
Angeboten der Fakultäten für Informatik bzw. Wirtschaftswissenschaften belegt werden:
Daneben sind ein Praktikum zur Computeranwendung und Vertiefung von Programmierkenntnissen sowie ein Statistik-Methoden-Praktikum (SPSS) zu absolvieren und zwei Seminare zu belegen.
Innerhalb des wirtschaftswissenschaftlichen Anwendungsfaches kann eine Spezielle Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre belegt werden, wobei 10 Semesterwochenstunden (SWS) vertiefende Lehrveranstaltungen aus dem Angebot der Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften zu belegen sind. Eine Semesterwochenstunde entspricht einer Veranstaltung von 45 Minuten pro Woche während der Vorlesungszeit eines Semesters.
Zurzeit können folgende Richtungen gewählt werden:
Spezielle Betriebswirtschaftslehren:
Spezielle Volkswirtschaftslehren:
Ferner umfasst die Ausbildung die Fächer Bürgerliches Recht sowie Handels- und Gesellschaftsrecht.
Im Hauptstudium ist ein 12-wöchiges Berufspraktikum abzuleisten, das vorzugsweise in einem Industriebetrieb, einer Bank, Sparkasse, Versicherung oder in einem mittelständischen Unternehmen durchgeführt werden soll. Dafür ist die vorlesungs- und prüfungsfreie Zeit zu nutzen. Eine Aufteilung in 6 + 6 Wochen ist möglich. Alternativ kann unter Anleitung eines Betreuers der Fakultät eine forschungsbezogene mathematische Semesterarbeit angefertigt werden.
Die Diplomarbeit wird in der Regel im 9. Semester geschrieben.
Kleines Glossar "Wirtschaftsmathematik"
| Finanzmathematik | bewertet Zahlungsströme unter Berücksichtigung von Zinsen sowie der Zeit; vor allem die Optionsbewertung, die tiefliegende mathematische Hilfsmittel erfordert, hat enorm an Bedeutung gewonnen |
| Optimierung auf Netzen | befasst sich mit Eigenschaften von aus Ecken und Kanten bestehenden Gebilden, den Graphen; löst z. B. das Problem des maximalen Flusses (Durchlassfähigkeit) und des kürzesten (kostengünstigsten) Weges |
| Investment Banking | is what Investment Bankers do |
| Kryptologie | Entwicklung und Bewertung von Verschlüsselungsverfahren zum Schutz von Daten; moderne Anwendungen z. B. im E-Commerce |
| Logistik | optimale Gestaltung von Transport- und Verkehrsvorgängen |
| Maschinenbelegung | Ermittlung einer solchen Bearbeitungsreihenfolge von Teilen auf Maschinen, die kürzeste Durchlauf-, Stillstands- oder Wartezeiten garantiert |
| Mehrzieloptimierung | sucht nach Kompromisslösungen, die bei Einhaltung von Restriktionen mehrere Zielfunktionen gleichzeitig möglichst gut erfüllen |
| Numerische Mathematik | liefert Methoden und Algorithmen zur numerischen Berechnung der Werte mathematischer Objekte und zur Lösung von Grundaufgaben der Mathematik |
| Optimierung | sucht nach Extremwerten einer Funktion unter einzuhaltenden Nebenbedingungen in Gleichungs- und/oder Ungleichungsform |
| Spieltheorie | beschreibt strategische Spiele, d. h. Situationen, in denen der Ausgang von den Entscheidungen mehrerer Personen, den Spielern, abhängt und die Interessenlage nur teilweise kooperativ bzw. sogar konträr ist. Ziel ist es, die für einen Spieler optimale Spielstrategie zu finden. Anwendungsgebiete: Produktions- und Preistheorie, politische und militärische Planung, Wettbewerb um Absatzmärkte |
| Statistik | Mathematische Erfassung und Auswertung von zufälligen Ereignissen; statistische Methoden treffen Aussagen über Massenerscheinungen und sind mit einer (abschätzbaren) Unsicherheit behaftet |
| Versicherungsmathematik | stellt die mathematischen, vor allem wahrscheinlichkeitstheoretischen Grundlagen für die Lebens- und Sachversicherung bereit |
| Zeitreihenanalyse | Zerlegung einer Folge von Variablen (Zeitreihe) in ihre Komponenten mit dem Ziel, langfristige Trends und mittel- oder kurzfristige Schwankungen zu erkennen |
| Die Bewerbung ist Online unter | https://sbservice.tu-chemnitz.de/onlbew möglich. |
| Weitere Informationen zur Immatrikulation: | www.tu-chemnitz.de/verwaltung/studentenamt/abt12/imm.php |
Fachstudienberatung
Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Mathematik
Prof. Dr. Bernd Luderer
09107 Chemnitz
Sitz: Reichenhainer Str. 41, Zimmer 714
Tel.: (0371) 531-32153
E-Mail: bluderer@mathematik.tu-chemnitz.de
Zentrale Studienberatung
Technische Universität Chemnitz
Zentrale Studienberatung
09107 Chemnitz
Sitz: Straße der Nationen 62, Zimmer 046
Tel.: 0371 531 55555, -32549, -31690
Fax: 0371 531 12128
E-Mail: studienberatung@tu-chemnitz.de