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Diplomstudium Technomathematik

für Studienanfänger ab SoSe2011, siehe

Die Anwendungen der modernen Mathematik in den Technikwissenschaften sind in den letzten Jahrzehnten immer vielfältiger und komplexer geworden.

Die Industrie setzt in einem Maße mathematische Methoden ein, wie es vor wenigen Jahren noch undenkbar war, und dieser Trend wird sich in der Zukunft fortsetzen. Bekannte Beispiele dieser Entwicklung sind etwa die Simulation des mechanischen Verhaltens von Fahrzeugen und Flugkörpern, industrielles Design, der Entwurf großer elektrischer Schaltkreise, die Berechnung von Strömungsvorgängen, die Untersuchung von Klima-, Wetter- und Umweltmodellen oder die Auswertung von sehr umfangreichen Messdaten, wie z.B. bei der Computertomografie und anderen Anwendungen der Medizintechnik. Die Mathematische Modellierung steht in diesem Prozess an vorderster Stelle und die Vertrautheit damit ist für sinnvolles interdisziplinäres Zusammenwirken unumgänglich. Die einzusetzenden mathematischen Verfahren sind oft sehr anspruchsvoll.

Der Studiengang Technomathematik beinhaltet eine solide Ausbildung in den mathematischen Fächern und legt im Vergleich zum traditionellen Mathematikstudium besonderes Gewicht auf das technische Anwendungsfach sowie auf die Informatik. Die Anteile dieser drei Komponenten verhalten sich dabei etwa wie 60:20:20. Die Ausbildung ist auf das Ziel gerichtet, das mathematische Fachwissen mit den Kenntnissen im technischen Anwendungsfach sowie in Informatik zu verknüpfen, um die in der Praxis notwendigen Fertigkeiten im Umgang mit den Methoden des wissenschaftlichen Rechnens auszuprägen und eine rasche Integration der Absolventen in Industrie, Wirtschaft und Forschung zu ermöglichen.


Voraussetzung: in der Regel allgemeine Hochschulreife
Regelstudienzeit: 9 Semester
Abschluss: Diplom-Technomathematiker/in (Dipl.-Math.techn.)
Studienbeginn: in der Regel Wintersemester

Berufliche Möglichkeiten

Da die Wissenschaften immer größeren Einfluss auf die Entwicklung moderner Industriegesellschaften nehmen, kommt heute dem interdisziplinären Zusammenwirken der verschiedenen Zweige sicher besondere Bedeutung zu. Die Technomathematik hat solche interdisziplinäre Charakterzüge,so dass hier ein großer Bedarf an leistungsfähigen Absolventen zu erwarten ist. Die Gesamtheit von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Technomathematiker während ihres Studiums erwerben, eröffnet ihnen beste berufliche Perspektiven.

Einsatzfelder sind zum Beispiel:

  • Industrielle Forschungs- und Entwicklungsabteilungen,
  • Technologiezentren und High-Tech-Firmen,
  • Computer- und Softwarefirmen,
  • Prüf-, Mess- und technische Überwachungsdienste,
  • Hochschuleinrichtungen / Forschungsinstitute u.a.


Studienaufbau

Grundstudium (4 Semester)

Studiengebiete Pflichtfächer Weitere Fächer
Reine Mathematik


Angewandte Mathematik
Analysis
Lineare Algebra/Analytische Geometrie
Numerische Mathematik
Stochastik
Funktionstheorie
Algebra

Gewöhnliche Differentialgleichungen
Optimierung
Technisches Anwendungsfach:
Mechanik/Maschinenbau
oder Elektrotechnik
oder Technische Physik

Technische Mechanik
Grundlagen Elektrotechnik
Experimentalphysik

Weiterführende Lehrveranstaltungen
Informatik Grundlagen der Informatik
Programmiersprache
Computeralgebra

Die Technische Universität Chemnitz bietet außerdem ein breites Spektrum an Vorlesungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Das Technische Anwendungsfach wird zu Beginn des Studiums aus den drei Möglichkeiten ausgewählt und bis zum Abschluss des Studiums beibehalten.

Das Grundstudium wird mit der Diplom-Vorprüfung abgeschlossen.
Die Diplom-Vorprüfung besteht aus vier Fachprüfungen über den Inhalt der Pflichtfächer in:

1. Reiner Mathematik
2. Angewandter Mathematik
3. dem Technischen Anwendungsfach
4. Informatik

Ein Wechsel zwischen den Studiengängen Technomathematik, Mathematik und Wirtschaftsmathematik ist während des Grundstudiums prinzipiell möglich. Zu beachten sind dabei die Besonderheiten des Technischen Anwendungsfaches bzw. des Nebenfaches der anderen Studiengänge.

 

Hauptstudium (5 Semester)

Erweiterung der Kenntnisse und Spezialisierung auf den Gebieten Fächer
Reine Mathematik

Mathematische Modellierung und Angewandte Mathematik
Funktionalanalysis, Partielle Differentialgleichungen, Statistik, Wahlpflichtfächer
Seminar Praktische Mathematik, Modellierungsseminar, Wahlpflichtfächer
Technisches Anwendungsfach Wahlpflichtfächer
Informatik Computerpraktikum, Wahlpflichtfächer

Im Vergleich zum Grundstudium reduziert sich in jedem der Gebiete Reine und Angewandte Mathematik, Technisches Anwendungsfach und Informatik die Zahl der Pflichtfächer zu Gunsten einer Vielzahl sogenannter Wahlpflichtfächer für Breitenausbildung und Spezialisierung. Diese Wahlpflichtfächer müssen individuell ausgewählt werden. Dazu sind von den Studierenden frühzeitig Vorstellungen zu entwickeln. Unterstützung geben hierbei die Fachstudienberatung sowie die Angehörigen der Lehrstühle, auf deren Gebieten die Spezialisierung bis hin zur Diplomarbeit erfolgen soll.
Das Angebot an Wahlpflichtfächern unterliegt von Jahr zu Jahr leichten Änderungen. Die folgende Liste typischer Fächer trägt daher exemplarischen Charakter:

1. Mathematik

  • Numerische Methoden für partielle Differentialgleichungen
  • Auflösungsmethoden für große Gleichungssysteme und Eigenwertprobleme
  • Parallele numerische Algorithmen
  • Differentialgeometrie
  • Inkorrekte und inverse Aufgaben
  • Stochastische Analysis
  • Zufällige Prozesse
  • Nichtlineare Optimierung
  • Variationsrechnung und optimale Steuerung
  • Variationsungleichungen
  • Höhere Algebra
  • Höhere Geometrie

2. Technisches Anwendungsfach

Bei Orientierung auf Mechanik/Maschinenbau:

  • Maschinendynamik
  • Strukturdynamik
  • Schwingungslehre
  • Kontinuumsmechanik

Bei Orientierung auf Elektrotechnik/Regelungstechnik:

  • Automatische Steuerung
  • Prozessmesstechnik
  • Starkstromtechnik
  • Theoretische Elektrotechnik

Bei Orientierung auf Technische Physik:

  • Physikalische Technologien
  • Festkörperphysik
  • Physik dünner Schichten
  • Biophysik

3. Informatik

  • Grundlagen der Computeralgebra/Computergeometrie
  • Datenbank- und Datenbankbetriebssysteme
  • Rechnernetze
  • Parallelrechner und parallele Algorithmen

Im Verlauf des vierten Studienjahres sollen die Studierenden Fähigkeiten in der mathematischen Modellierung naturwissenschaftlich-technischer Phänomene und Prozesse erwerben. Diese Aufgabenstellungen reichen vom mathematischen Erfassen der angewandten Probleme bis zur zahlenmäßigen Lösung der mathematischen Aufgaben und der Diskussion der Ergebnisse. Dazu dient das Modellierungsseminar. Die beteiligten Studierenden halten einen Vortrag und fertigen eine schriftliche Arbeit an.
Falls die Studierenden ein Praktikum absolvieren (ggf. in der vorlesungsfreien Zeit), kann das Thema des Modellierungsseminars mit diesem im Zusammenhang stehen.

Das Studium wird mit der Diplomprüfung abgeschlossen.
Sie besteht aus vier Fachprüfungen über den Inhalt von Fächern:

1. zur mathematischen Breitenausbildung,
2. zur mathematischen Spezialisierung,
3. zum Technischen Anwendungsfach,
4. zur Informatik

sowie aus der Diplomarbeit, deren Ergebnisse in einem Kolloquium zu verteidigen sind.
Die Diplomarbeit wird in der Regel im 9. Semester geschrieben.


Bewerbung


Die Bewerbung ist Online unter https://sbservice.tu-chemnitz.de/onlbew   möglich.
  
Weitere Informationen zur Immatrikulation: www.tu-chemnitz.de/verwaltung/studentenamt/abt12/imm.php


Beratungsmöglichkeiten

Fachstudienberatung

Technische Universität Chemnitz
Fakultät für Mathematik
Prof. Dr. Peter Benner
09107 Chemnitz

Sitz: Reichenhainer Str. 41, Zimmer 602
Tel.: (0371) 531-22540
E-Mail: benner@mathematik.tu-chemnitz.de


Zentrale Studienberatung

Technische Universität Chemnitz
Zentrale Studienberatung
09107 Chemnitz

Sitz: Straße der Nationen 62, Zimmer 046
Tel.: 0371 531 55555, -32549, -31690
Fax: 0371 531 12128
E-Mail: studienberatung@tu-chemnitz.de