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2. ACPI - Advanced Configuration and Power Interface

Hardwareanforderungen

Die Mindestanforderungen an ein ACPI-kompatibles System hinsichtlich der Hardware beschränken sich auf wenige Pflichtelemente.
An erster Stelle steht ein Power-Management-Timer, wie ihn eigentlich alle modernen PC-Chipsätze mitbringen. Der Timer muss ein frei laufendes 24- oder 32-Bit-Modell mit fester Taktfrequenz von 3,579545 MHz sein. Er wird über drei Register angesprochen, deren Adressen in der ACPI-Tabelle abgelegt sind. Ein Register informiert über den aktuellen Stand des Timers (TMR_VAL), die beiden anderen dienen der Timersteuerung.
Ein Power- oder Sleep-Taster gehört ebenfalls zur Pflichtausstattung eines ACPI-Systems. Der Board-Hersteller hat hier die Wahl, ob er separate Power- und Sleep-Taster vorsieht oder einen Taster mit Doppelfunktion: Ein kurzer Druck versetzt den Rechner in den Sleep-Modus, ein langer schaltet ihn ab. Damit sind generell nur PCs mit ATX- oder NLX-Netzteil spezifikationskonform.
Dies ist auch nicht anders möglich, da ein automatisches Einschalten des Rechners über Modem oder Netzwerk nur dann klappt, wenn noch eine minimale Spannungsversorgung zur Verfügung steht. Bei ATX-Netzteilen sorgt dafür die 5-Volt-Standby-Leitung.
ACPI-konforme 500 mA liefern aber erst Netzteile ab ATX-Spezifikation 2.01. Ältere Modelle (ATX 2.0) stellen in der Regel nur 100 mA bereit, was z.B. nicht für den Betrieb von LAN-Adaptern ausreicht.
Zusätzlich zum Power-Taster darf der PC dennoch einen mechanischen Ausschalter haben, mit dem das Netzteil komplett vom Netz getrennt werden kann. Das ist allerdings nur eine Kann-Bestimmung. Verzichtet ein Hersteller auf diesen Ausschalter, so verpflichtet ihn die ACPI-Spezifikation nur, zumindest einen Reset-Taster vorzusehen, um den Rechner nach einem Absturz wiederzubeleben. Wünschenswert wäre natürlich, stets beide Schalter einzubauen: Ein echter Netzschalter, um bei längerer Nichtbenutzung des Rechners Energie zu sparen; und ein Reset-Taster, um nicht bei jedem Systemabsturz den Rechner ein- und ausschalten zu müssen.
Außerdem schreibt die ACPI-Spezifikation eine von der Echtzeituhr gesteuerte Einschaltfunktion vor. Darüber lässt sich der Rechner zu einer vorher programmierten Zeit einschalten, um etwa zu günstigen Tarifen Faxe zu versenden, Downloads zu absolvieren oder um regelmäßig ein automatisches Backup durchzuführen.
Jeder ACPI-konforme Rechner muss mindestens einen Sleep-Status (Stromsparzustand mit reduzierter Systemleistung) beherrschen und über einen Interrupt-Mechanismus verfügen, der bei externen Ereignissen einen System-Control-Interrupt auslöst. Darüber hinaus setzt ACPI noch einen Satz von vier universell nutzbaren Event-Registern voraus. Alles in allem sollte jeder moderne PC heute in der Lage sein, die Grundanforderungen an ACPI zu erfüllen.
Zur Kür gehören eine schaltbare Power-LED und eine Message-LED. Die Power-LED ist abgeschaltet, wenn der Rechner nicht arbeitet. Sie blinkt, wenn sich das System im Sleep-Modus befindet, und sie leuchtet kontinuierlich, wenn der Rechner seinen Dienst normal versieht. Mit Hilfe der Message-LED erfährt der Anwender, wie viele Nachrichten in seiner Abwesenheit vom PC angenommen wurden. Alternativ zur rhythmisch blinkenden Message-LED ist auch ein Klartext-Display oder eine 7-Segment-Anzeige denkbar.


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