Stores2

von Holger Uhlig, 1997

Stores2 ist die Kombination aus einem Simulator für ein Mehr-Lager-Modell mit Transport (MLMT) und dem Optimierer für die Bestellstrategie dieses Modells.


Kostenstruktur
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Simulation des MLMT

Bei dem Mehr-Lager-Modell mit Transport handelt es sich um ein System von mindestens 2 Lagern. Diese Lager befinden sich an verschiedenen Standorten und lagern alle ein und dasselbe Produkt. Der Planzeitraum ist in Perioden eingeteilt, von denen jede die folgenden Abschnitte enthält:

Bestellentscheidung
Anwendung einer Bestellstrategie - ist die Strategie erfüllt, so wird der Lagerbestand in allen Lagern aufgefüllt. Eine Bestellung verursacht fixe und variable Bestellkosten.
Bedarfsrealisierung
Der durch Verteilungsfunktionen vorgegebene Bedarf in jedem Lager wird bestimmt. Die Lagerbestände verringern sich entsprechend. Danach können leere Lager, Lager mit Restbeständen und Lager mit Fehlmengen auftreten.
Transport
Bei gleichzeitigem Auftreten von Restbeständen und Fehlmengen werden Ausgleichstransporte durchgeführt. Mit einer Kombination aus einem Verfahren zur Ermittlung einer Startbasislösung (Nordwestecken-Regel) und einer Methode zur iterativen Verbesserung der Basislösung (MODI-Methode) wird eine kostenminimale Transportentscheidung getroffen. Bei der Durchführung eines Transportes können fixe Kosten und variable Transportkosten auftreten.
Lagerung
Wenn in diesem Abschnitt noch Fehlmengen vorliegen, so werden diese mit Fehlmengenkosten bestraft, Restmengen verursachen Lagerkosten.
Die Kosten aller simulierten Perioden werden aufaddiert. Daraus wird bestimmt, welche Kosten im Mittel in einer Periode anfallen. Dieser Durchschnittskostenwert dient als Bewertungskriterium für die verwendete Bestellstrategie und dern Parameter.
Optimierung

Zur Bestimmung der optimalen Bestellregel des MLMT werden verschiedene Strategien angeboten:

Die Bestimmung der optimalen Lagerbestände erfolgt mittels einer Methode der schrittweitengesteuerten Zufallssuche.

Der Faktor f wird durch ein simples lineares Suchverfahren ermittelt.

Die Parameter für die S-Werte, auf die der Bestand bei einer Bestellung wieder erhöht wird, werden einfach von den regelmäßigen Bestellungen übernommen. D.h. hier werden die optimalen Lagerbestände bzw. deren Vielfache verwendet. Damit sind nur noch die s-Werte zu ermitteln, bei denen minimale Kosten auftreten. Dies geschieht mittels Evolutionärer Algorithmen (EA). Die s-Werte werden dazu als Gene eines Individuums betrachtet, wobei die Position des Gens der Nummer des zugehörigen Lagers entspricht. Als EA stehen ein Genetischer Algorithmus und eine Evolutionsstrategie bereit, die beide nach folgendem grundlegenden Algorithmus arbeiten.

  1. Erzeugen einer Startgeneration von Individuen
  2. Bewertung der Individuen (Bestimmung ihrer Fitness)
  3. Erzeugen einer neuen Generation von Individuen durch Anwendung von genetischen Operationen
  4. Wiederholung der Punkte 2 - 3 bis der Optimierungszyklus abgebrochen wird
Genetische Operationen:
Bemerkungen:

Die Bestimmung der optimalen Lagerbestände ist immer Voraussetzung für alle weitern Optimierungsversuche, denn die S-Werte werden von allen anderen angebotenen Strategien genutzt.

Wenn die Verteilungsfunktionen der Bedarfsrealisierungen sehr hohe Standardabweichungen aufweisen, dann können die zur Bewertung verwendeten Kostenabschätzungen des Simulators sehr starke Abweichungen aufweisen. Diese Abweichungen lassen sich durch eine Erhöhung der Anzahl der simulierten Lagerperioden abschwächen, das führt aber wiederum zu einer Vervielfachung des Rechenaufwandes.