Der Bedarf an Datenrepositorys, in denen Daten von allen Softwareprojekten einer Firma gespeichert werden, wird in der Zukunft sehr stark ansteigen, da Softwarefirmen mehr und mehr dezentralisiert werden. Auch kleine Softwarefirmen haben heute z.T. bereits Filialen nicht nur an mehreren Stellen in Deutschland, sondern z.B. auch in Indien und in der USA. Weiterhin könnten die Firmenmitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, wenn ihnen jederzeit die aktualisierten Projektdaten zur Verfügung ständen. Dazu werden allerdings Softwarewerkzeuge für eine vernetzte Mehrnutzerumgebung benötigt. Sequentielle Server haben dabei ihre Leistungsgrenzen, obwohl diese Grenzen ständig nach oben verschoben werden. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang, dass parallele und verteilte Technologie immer billiger und zugänglicher wird. Die Probleme, wie solche Systeme programmiert werden sollen, werden jedoch immer komplexer.
Innerhalb des Projektes OPAS (Objektorientierter Parallelserver) wurde ein paralleler Objektserver, der als Datenrepository von Objekten dient, die während der Softwareentwicklung einem Projektteam zur Verfügung stehen, für den an der TU Chemnitz vorhandenen Parallelrechner PARSYTEC entworfen und implementiert. Nachdem dieser Computer außer Betrieb genommen werden musste, wird jetzt daran gearbeitet, die untersuchten Konzepte, Methoden und Algorithmen in eine Linux-Cluster-Umgebung zu übertragen. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass an der TU Chemnitz einer der weltweit größten Beowulf-Cluster im Rahmen des CLiC-Projektes aufgebaut wurde.
Aspekt-orientierte Technologie hilft dabei, das Problem der "separation of concerns" zu lösen und unterstützt damit u.a. die Eigenschaft von Softwareprodukten, die als Portabilität bezeichnet wird. Es wird versucht, verschiedene Aspekte des Modells in Programmiersprachen separat zu beschreiben, weil dies ermöglicht, Änderungen und Modifikationen einfacher durchzuführen. Mit Hilfe konventioneller Sprachen lassen sich dagegen bestimmte Eigenschaften (Aspekte) nicht separat beschreiben. Uns hat dieses Problem betroffen, als wir beginnen wollten, unsere fertige Lösung des parallelen Objektservers, entwickelt unter dem Betriebssystem PARIX, in die verteilte Beowulf-Umgebung des CLIC-Clusters zu portieren. Da das Konzept der Synchronisation von parallelen Prozessen in OPAS nicht separat beschrieben worden war, was nicht einmal möglich war, genügt es nicht, einfach einen Teil des Programms, der für die Synchronisation der parallelen Prozesse verantwortlich ist, auszutauschen. Das System muss neu programmiert werden, was umständlich ist, obwohl wir vieles aus dem alten System benutzen können. Für die Lösung dieser Aufgabe werden wir die neu entwickelte Programmiersprache AspectJ einsetzen (s. auch Projekt ASPIC).