| Knowledge Media Design |
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Knowledge Media Design (KMD) ist eine noch junge Disziplin, die sich mit der Generierung, Vermittlung, Präsentation und Bewahrung von medial behandelbarem Wissen, bzw. Wissensmedien beschäftigt. Unter Wissensmedien werden computerbasierte Systeme verstanden, die Personen bei kreativen Tätigkeiten (z.B. Autorensysteme, CAD-Systeme), bei der Akquisition von Wissen (z.B. Lernplattformen des eLearning, Museumsinformationssysteme, Bibliothekssysteme) sowie der Suche nach Wissensinhalten (z.B. Informationssysteme) unterstützen. Der komplette Lebenszyklus von Wissen steht im Fokus: Erzeugen, Speichern, Verarbeiten, Weitergeben, Aneignen, und Recherchieren. Zentrales Medium hierbei ist der Computer. Bei der Entwicklung derartiger computerbasierter Medien sind neben fundierten informationstechnischen Kenntnissen (z.B. Software- und Usabiltiy Engineering) auch designerische (z.B. Screen Design, Kommunikationsdesign) und didaktische Fähigkeiten (z.B. Didaktik für multimediale Lernsysteme) gefragt.
Besondere Beachtung findet dabei das Dreiecksverhältnis zwischen Wissen, bzw. Wissensobjekten im Sinne von Ideen oder Kompetenzen, ihrer medialen Repräsentation als Medienobjekte im Sinne von digital verarbeitbaren Einheiten und schließlich dem Menschen als eigentlichem Produzenten und Nutznießer von Wissen. Als Wissen sehen wir die Gesamtheit von Sachkenntnis und Erfahrungswerten, die Gedanken, Verhalten und Kommunikation beeinflussen. Es steht an der Spitze einer Pyramide von Signalen, Daten und Information. Wissensobjekte im Sinne von Ideen oder Kompetenzen sind als solche nicht medial, sondern finden ihre Repräsentation in Medienobjekten. KMD geht es dabei um die Untersuchung geeigneter Repräsentationsformen, wobei das Spektrum der Fragestellung breit gefächert ist und von rein technischen Problemen der Medienkodierung bis hin zu Aspekten der Wissenssoziologie. Für eine umfassende Erforschung des Komplexes Wissen und Medien gehen wir von einem erweiterten Designverständnis aus. Design umfasst natürlich nach dem allgemeinverständlichen Designbegriff formalästhetische Anschauungsqualitäten (z.B. Farbe, Form, Typografie, Layout). Darüber hinaus generiert die Designtheorie aber zusätzlich Konzeptions- und Planungsmethoden, die auf Forschungs- und Entwicklungsfeldern in Wissenschaft, Wirtschaft und Technik anwendbar sind. KMD ist bestrebt, über die Forschungsfelder Wissenserwerb, Wissensgenerierung, Wissensvermittlung, Wissensrepräsentation, Wissenspräsentation und Wissensbewahrung Beiträge zum Diskurs über zukünftige Wissensordnungen zu leisten. Individuelle und gesellschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten hängen zunehmend von der Qualität künftiger Wissensmedien ab. Entsprechend sammeln wir ausgerichtete Forschungs- und Gestaltungskompetenzen und bringen sie in Kooperation mit der Wirtschaft zu praktischen Anwendungen. |
| FG KMD, Maximilian Eibl, Januar 2006 |