Für das Gelingen einer Szene können wir uns folgende Fragen beantworten:
Erst die Beantwortung dieser Fragen wird Aufschluß darüber geben, ob und wie die Szene "läuft".
Schnitt
Unter Schnitt verstehen wir die Arbeit am Schneidetisch (elektronischer Schnittcomputer).
Ende und Anfang einer Szene werden aneinandergesetzt, bestimmen die Form. Ein guter Kameramann bietet dem Cutter immer einen Szenenschluß an.
Montage
Hier geht es um Inhalte und Gestaltung.
Es ist die Fähigkeit Bildfolgen logisch zu abstrahieren.
Dennoch müssen wir den technischen Schnitt ständig im Kopf haben, um Anschlußprobleme zu vermeiden.
Die Montagetheorie basiert auf drei Techniken:
Ordnende Montage
Bei einer Filmerzählung oder Dokumentation werden die Handlung und der Bewegungsablauf Schritt für Schritt genau beschrieben.
Diese Erzähl-Montageform bildet die Basis der meisten Filmgeschichten. Die szenische Abfolge wird durch Detail-Zwischenschnitte (Inserts) aufgewertet. Die ordnende Montage verhindert, daß der Zuschauer den Überblick verliert.
Assoziierende Montage
Jeder sichtbare Gegenstand wird vom Menschen mit einem Begriff versehen und löst Erinnerungen aus, die mit dem Objekt verknüpft sind.
Die Tatsache, daß Menschen eines Gesellschaftskreises über ein großes und gemeinsames Erfahrungspotential verfügen, macht sich diese Filmmontage zunutze. Zwei aufeinanderfolgenden Bildern, die nichts miteinander zu tun haben, versucht das menschliche Gehirn einen neuen Sinn zu geben.
Rhythmisierende Montage
Die rhythmisierende Montage beinhaltet vier Formen.
Erzählrhythmus
Bestimmt die Länge, Ausführlichkeit, Informationsdichte einer Filmszene.
Emotionaler Rhythmus
Darunter verstehen wir das An -und Abschwellen der Zuschauerspannung.
Bewegungsrhythmus
Die dargestellte Schnelligkeit von dynamischen Aktionen bestimmt den Bewegungsrhythmus.
Die Kamerabewegung bestimmt dabei entscheidend die Dynamik.
Schnittrhythmus
Ergibt sich aus der Länge der einzelnen Szenen. Der Emotions-, Erzähl- und Bewegungsrhythmus bestimmen den Zeitpunkt des Schnittes.
Die Montage aus den erstgenannten Rhythmen schafft den Schnittrhythmus. Beim Experimentalfilm oder im Videoclip wird diese Regel oftmals außer Kraft gesetzt. Der Schnitt ordnet sich dem Diktat der Musik unter. Eine Montage empfinden wir dann als gelungen, wenn die Schnitte gut mit den Rhythmen harmonieren.