Schnitt konkret
Sichten und Aussortieren
Videoproduktionen haben meist ein ungünstiges Drehverhältnis (10 : 1).
Das Drehverhältnis besagt, wieviel von dem aufgenommen Material im Film tatsächlich verwendet wird.
Beim klassischen Film liegt das Verhältnis bei etwa 3 : 1. Videoamateure können sich meistens nicht konsequent genug zwischen ihrem Rohmaterial entscheiden. Diese Filme werden in der Regel zu lang und auch zu langweilig. Die Kunst besteht darin, auch auf Takes verzichten zu können, ohne das dabei der Handlungsablauf und die Filmwirkung gestört sind.
Vorbereitung zum Videoschnitt
Durch den Schnitt werden die einzelnen Bildfolgen in der richtigen Länge und Reihenfolge gebracht, damit sich beim Zuschauer eine beabsichtigte Wirkung einstellt. Ungeeignete Aufnahmen werden ausgesondert. Die wichtigste Aufgabe des Schnitts ist die einzeln aufgenommenen Szenen in den richtigen zeitlichen Ablauf zu bringen.
Tipps für harmonische Schnitte
Ein Schnitt kann immer dann erfolgen, wenn er vom Zuschauer erwartet wird.
Keine Schwenks und Zooms anschneiden.
Keine doppelte Zoomfahrt stehen lassen.
Aufnahmefehler (Wackler) ausgleichen.
Bewegung im Bild für Ein -und Ausstieg nutzen.
Zerschnittene Bewegungsabläufe in der Totalen halten.
Achsensprünge vermeiden.
Hat eine Szene mehrere Takes mit dem gleichen Motiv, kann die Einstellungsgröße verändert werden.
Zwischenschnitte
Ohne Zwischenschnitte könnte kein Film entstehen. Jeder Cutter ist froh, wenn der Kameramann genügend Material für den Zwischenschnitt anbietet.
- Zu lange Szenen können aufgelockert werden
- Zusätzliche Informationen können untergebracht werden
- Details befriedigen die Neugier beim Zuschauer
- Realzeit wird besser überbrückt
- Aufnahmefehler lassen sich ausgleichen