Videostudio






Camcorder

Bei der Neuanschaffung eines Camcorders kann es nur eine Format-Kaufempfehlung geben:

D I G I T A L

Nur digitales Videomaterial lässt sich verlustfrei übertragen und kopieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Videobearbeitung am PC. Jeder neu gekaufte Computer lässt sich prinzipiell in ein Schnittsystem verwandeln. Angesichts der unglaublichen Produkt-Vielfalt ist es allerdings sehr schwierig, eine konkrete Empfehlung auszusprechen. Zumal letztlich die für Ihr Einsatzgebiet entscheidenden Kriterien den Ausschlag geben sollten.

CCD/Auflösung
CCDs bestehen aus mehreren Hunderttausend Zellen und haben in der Regel Durchmesser von 1/3 oder 1/4 Zoll. Die Anzahl der Zellen bestimmt die Auflösung des Bildes, die ein CCD aufzeichnen kann. Zu empfehlen sind Modelle die mit drei CCDs ausgestattet sind. Doch Vorsicht Pixelrausch! Physikalisch interessant: Bei GLEICH MODERNEN Chips, ist die Kamera mit weniger Pixeln immer lichtstärker. Weniger Pixel bedeuten saubere Bilder bei wenig Licht oder Dämmerung etc. Das trifft auch auf den Fotokamerasektor zu.

Optik
Neben dem CCD-Chip gehört das Objektiv zu den wichtigsten und auch teuersten Bauteilen eines Camcorders. Abgesehen von Profi-Modellen lassen sich die Objektive nicht auswechseln.

Wie bei Fotokameras ist vor allem die Licht-Empfindlichkeit bedeutsam. Auch hier gilt: Je niedriger der kleinste Blendenwert - zum Beispiel f/1,8 oder f/1,4 - desto weiter kann sich die Iris öffnen und umso mehr Licht kann durch das Objektiv dringen. Für eine korrekte Belichtung muss schließlich noch die Verschluss-Geschwindigkeit berücksichtigt werden. Die Spanne reicht normalerweise von 1/60 bis zu 1/15.000 Sekunde.

Zoom
Legen Sie besonderen Wert auf den optischen Zoom. Hersteller werben oft mit sehr hohen Zoom-Angaben. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um eine "Mogelpackung", weil sich die Angaben auf das Produkt aus dem maximalen optischen und maximalen digitalen Zoomfaktor beziehen.

Bei optischen Zooms, die meist zwischen 10facher und 20facher Vergrößerung liegen, wird die Brennweite durch das Objektiv bestimmt. Es ist also kein Qualitätsverlust erkennbar, da der CCD-Chip durch optische Vergrößerung dieselbe Auflösung beibehalten kann. Das Resultat der digitalen Zoomerei sind mehr oder weniger grobkörnige Aufnahmen. Lassen Sie sich daher nicht von sagenhaften Werten blenden und beachten Sie vor allem die Angaben für das optische (!) Zoom. Der Zoomfaktor wird immer in einem Wert angegeben, z.B. 10x, 12x oder 20x. Diese Angabe entsteht, indem die maximale Brennweite durch die minimale dividiert wird. Hat eine Kamera also einen optischen Zoombereich von 6 bis 72 Millimeter, lautet das Ergebnis 12fach.

Sucher/Display
Achten Sie darauf, dass Sie die Helligkeit der Displays justieren können, um auch noch bei strahlendem Sonnenschein etwas zu erkennen. Darüber hinaus sollten die Displays in allen Richtungen schwenkbar sein, damit Sie auch über Kopf oder auf Kniehöhe filmen können. Ein gutes Display ist beschichtet und sich leicht reinigen lässt.

Anschlüsse
Generell sollten Buchsen für Kopfhörer und ein externes Mikrofon nicht fehlen. Die Firewire-Buchse, bzw. USB und analogen Ausgänge sind Standard.

Manuelles Fokussieren
Achten Sie beim Kauf einer Kamera darauf, dass sich der Autofokus abstellen lässt.

Weißabgleich
Für farbtreue Aufnahmen ist der Weißabgleich unabdingbar. Videokameras reagieren sehr sensibel auf verschiedene Lichtwellen. Entsprechend oft liefert der automatische Weißabgleich falsche Ergebnisse. Die Lichtfärbung wird in Kelvin-Temperaturen angegeben - je höher die Temperatur, umso mehr nähert sie sich der Farbe Blau an. So wirkt ein "kaltes", intensives Licht also eher bläulich, im Gegensatz zum warmen Licht einer Kerze, das ins Rötliche geht. Entsprechend sollte beim Wechsel zwischen Innen- und Außenaufnahmen ein sogenannter Weißabgleich stattfinden. Die meisten Kameras haben heute eine Taste dafür.

Eingebaute Effekte
Viele Video-Kameras, vor allem die preisgünstigeren, warten mit einer Reihe von Spezial-Effekten auf, mit denen Sie Ihrem Film eine "künstlerische" Note geben können. Das ist Unsinn!

Ton
Der Standard schreibt vor, dass entweder 2 Audiokanäle mit 48 kHz Samplerate und 16 Bit Auflösung, oder aber 4 Kanäle mit 32 kHz und 12 Bit aufgenommen werden. Vier Kanäle lassen sich aber nur von den sehr teuren Modellen gleichzeitig verwenden. Normalerweise haben Sie im 32-kHz-Modus nur die Option, zwei Kanäle aufzunehmen. Die beiden verbleibenden können dann nachträglich mit Sprache oder Musik, bespielt werden. Diesen Aspekt können Sie vernachlässigen, da eine eventuelle Nachvertonung sowieso am PC erfolgen sollte. Viel wichtiger ist die Qualität des Mikrofons.

Mikrofon
Das Mikrofon an der Kamera eignet sich zwar sehr gut für private Videofilme in der Freizeit, lässt allerdings an Qualität zu wünschen übrig, wenn Sie etwa Dialoge, Musik oder Dokumentarfilme drehen wollen. Hier hilft nur eins: Sollte das Kamera-Mikro nicht reichen, dann muss ein externes her. Achten Sie in solchen Fällen darauf, dass Ihre künftige Kamera die Option eines Mikrofon-Anschlusses bietet.

Speichermedien

Mini-DV ist eine sehr gutes Aufzeichnungsformat. Die Vorteile dieser Geräte sind die relativ günstigen Anschaffungskosten für Gerät und Bänder. Hauptnachteil sind die Bänder. Sie sind anfällig für Schmutz und Staub. Die Überspielung auf den PC erfolgt in Echtzeit.

Mini-DVDs. Beim Kauf eines DVDCamcorders sollte man auf das verwendete DVD-Format achten und prüfen, ob das PCinterne DVD-Laufwerk und der standalone-DVD-Player die Medien des Camcorders lesen kann.

Festplatte bzw. Festspeicher. SD-Karten, Flash-Memory-Cards oder oder mittels kleiner Festplatten. Festspeicher sind sehr robust. Ein Vorteil ist die kompakte Bauweise.

Long Play oder Short Play?
Bei den meisten Kameras kann zwischen den Optionen Long Play (LP) und Short Play (SP) ausgewählt werden. Im Long Play Modus können Sie die tatsächliche Aufnahmelänge Ihres Mediums verlängern. Im LP-Modus wird die Aufnahme anfälliger für Fehler und Playback-Probleme. Also immer SP.


Zusammenfassung
Ausgehend von den obigen Darlegungen und den häufigsten Anforderungen und Erfahrungen für den Camcordereinsatz an unserer UNI, ergibt sich folgende Kaufempfehlung:

 

    Ausstattung

  • Kopfhörer-Buchse und externer Mikrofon-Anschluss
  • Optischer Sucher und Display
    Aufzeichnungsformat:
    Hängt sehr stark vom Anwendungsgebiet ab. Entscheiden Sie selbst!
    Zubehör
  • mindestens ein Ersatzakku (Lithium-Ion)
  • Stativ (klein aber stabil, z.B. www.Cullmann.de)
  • Transport-Tasche, sehr wichtig!!!, wird oft vergessen
  • Zusatzmikrofon (für gute Sprachaufnahmen wichtig)
    (Sony, ECMMS957 ca. 250 Euro)
    Komplettsatz (incl. Tischstativ, Klemme, Kabel)
    Anbieter: Musikhaus Thomann