Entgrenzte Arbeit - Entgrenzte Familie
Neue Formen der praktischen Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld von Arbeit und Familie
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Bis in die 1960er Jahre war die Gesellschaft gekennzeichnet durch ein relativ stabiles Verhältnis von Familie und Erwerbsarbeit mit zwei streng voneinander getrennten Sphären mit klaren geschlechtsspezifischen Zuweisungen. Zunehmend zeigen sich in diesem Verhältnis vielfältige Wandlungsprozesse, die als ein Durchlässigwerden von Grenzen zwischen Arbeit und Leben oder Privatem und Öffentlichem beschrieben werden können. Nicht nur die Form des Familienlebens hat sich verändert, sondern der gesamte Alltag ist anforderungsreicher und komplexer geworden. Parallel vollzogen sich einschneidende Umwälzungen in der Art des Wirtschaftens und Arbeitens – Stichworte sind Arbeitszeitflexibilisierung, eine zunehmend subjektive Bedeutung und Intensivierung von Arbeit. So muss im Verlauf eines Lebens permanent neu eine Balance von Arbeit und Familie hergestellt werden.
Das Projekt nahm dieses neue Spannungsverhältnis von Arbeit und Familie in den Blick und untersuchte die daraus entstehenden Anforderungen für die Verknüpfung von Arbeit und Familie empirisch. Besondere Aufmerksamkeit kam dabei den praktischen Gestaltungsleistungen in Familien und Arbeitswelten zu.
Nach einer ersten Projektphase, in der die theoretischen und konzeptionellen Grundlagen des Projektes aufbereitet wurden, begann im März 2006 eine zweite empirische Projektphase. Es wurden Beschäftigte mit Familie in der Einzelhandelsbranche und im Bereich der Film- und Fernsehproduktion interviewt, Expertengespräche geführt und statistische Sekundärdaten ausgewertet.
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Das Projekt wurde von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert und in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) durchgeführt.
Reaktionen der Öffentlichkeit
Die Veröffentlichug der Projektergebnisse im Sommer 2009 (s.u.) fand große öffentliche Resonanz. Hier eine Auswahl:
Erschöpfte Eltern
Bericht der Süddeutschen Zeitung (14.07.09)
Familie und Beruf unvereinbar
Bericht der Freien Presse Chemnitz (11.07.2008)
Beruf und Familie
Bericht im Wissenschaftsmagazin von BR2
Ansprechpartnerin
Veröffentlichungen
Abschlußveröffentlichung des Projekts:
Jurczyk, Karin/ Schier, Michala/ Szymenderski, Peggy/ Lange, Andreas/ Voß, G. Günter (2009): Entgrenzte Arbeit - entgrenzte Familie. Grenzmanagement im Alltag als neue Herausforderung. Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung. Berlin: edition sigma
Download papers
Schier, Michaela/ Szymenderski, Peggy (2007). Arbeitsbedingungen im Einzelhandel und in der Film- und Fernsehproduktion. Rahmenbedingungen für die Alltagsgestaltung von Müttern und Vätern in entgrenzter Erwerbsarbeit. EntAF-Arbeitspapier 1, München: Deutsches Jugendinstitut
Schier, Michaela/ Szymenderski, Peggy/ Jurczyk, Karin (2007). Eltern in entgrenzter Erwerbsarbeit – differenzierte und flexible Betreuungsbedarfe. Teilergebnisse einer qualitativen Studie im Einzelhandel und in der Film- und Fernsehbranche. EntAF-Arbeitspapier 2, München: Deutsches Jugendinstitut
Szymenderski, Peggy/ Jurczyk, Karin/ Lange, Andreas (2007). Doppelte Entgrenzung – der Wandel in Erwerbswelt und Familie. Internetportal „Arbeit[s]Leben im Wandel“. Goethe-Institut
Siehe auch Pressemitteilung der TU Chemnitz: "Eltern an der Grenze des Machbaren"
Schier, Michaela/ Szymenderski, Peggy (2009): Von der Vorgabe zur Aufgabe. Die Folgen der Entgrenzung von Erwerbsarbeit für Männlichkeit, Vaterschaft und Arbeitsteilung. In: Jurczyk, Karin/ Lange, Andreas (Hrsg.), Vaterwerden und Vatersein heute. Neue Wege – neue Chancen! Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, S. 250-269.