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Methodische und thematische Forschungsorientierung der Professur

Unsere Forschungsperspektive: Subjektorientierte Soziologie

Seit Mitte der 80er Jahre haben sich in der deutschen Soziologie neben dem objektivistischen Mainstream Konzepte, Methoden und empirische Forschungen fest etabliert, die systematischer als bis dahin die handelnden Personen (die "Subjekte") zum Ausgangs- und Zielpunkt sozialwissenschaftlicher Theoriebildung und Forschung nehmen.

Wir folgen den in jüngerer Vergangenheit vor allem in München erarbeiteten Leitlinien empirischer und theoretischer Forschung. So vertritt die „Münchner subjektorientierte Soziologie“ den Anspruch, ausgehend von einer Fokussierung der konkreten handelnden Personen in ihren Alltagskontexten systematisch das Wechselverhältnis von "Subjekt" und sozialer "Struktur" zu untersuchen, um daran anschließend nach dem aktuellen Strukturwandel der modernen industriell-kapitalistischen Gesellschaft zu fragen. Besonders interessiert dabei die Veränderung der gesellschaftlichen Qualität von "Subjektivität" sowie der Wandel des Verhältnisses der verschiedenen sozialen Tätigkeitssphären (und damit der Lebenssphären) der Subjekte, insbesondere der Bereiche "Arbeit" (Erwerbsarbeit) und "Leben" (die private Lebenssphäre).

Die grundlegende und inzwischen weithin bekannte Definition von Karl Martin Bolte kann immer noch als richtungsweisend gelten:

Subjektorientierte Soziologie will "gesellschaftliche Strukturen oder Strukturelemente“ daraufhin analysieren"(1) in welcher Weise sie menschliches Denken und Handeln prägen, (2) wie Menschen bestimmter soziohistorisch geformter Individualität innerhalb dieses strukturellen Rahmens agieren und so u.a. zu seiner Verfestigung oder Veränderung beitragen und (3) wie schließlich die betrachteten Strukturen selbst einmal aus menschlichen Interessen, Denkweisen und Verhaltensweisen hervorgegangen sind“.

Ausführliche Informationen zur Subjektorientierten Soziologie finden Sie auf der Webseite "Arbeiten und Leben im Umbruch"


Aus dieser Perspektive fokussieren wir schwerpunktmässig folgende Themenfelder:

Unsere zentralen Themen - Unsere wichtigsten Begriffe

  • Veränderungen im Verhältnis von (formeller) Arbeit und (privatem) Leben: "Alltägliche Lebensführung" im Umbruch
  • Strukturwandel der gesellschafltichen Grundform von Arbeitskraft: Der "Arbeitskraftunternehmer" als neuer Idealtypus der 'Ware Arbeitskraft
  • Arbeit und Arbeitsgesellschaft im Prozesse der Deregulierung, Felxibilisierung und Ökonomisierung: "Entgrenzung" und "Subjektivierung" von Arbeit
  • Psychosoziale Folgen Entgrenzter und Subjektivierter Arbeit
  • Ein neues Verhältnis von Produktion und Konsum: "Arbeitende Kunden" übernehmen zunehemend substantielle betriebliche Funktionen
  • Die spezifische Qualität von Dienstleistungen und Dienstleistungsarbeit: "Interaktive Arbeit"

3sr - Social Science Service Research

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Die Professur ist Mitbegründer der Forschungsinitaitve "Social Science Service Research". Ziel der Gruppe ist es, die sozialwissenchaftliche Dienstleistungsforschung in Deutschland zu stärken und zu vernetzen.

AKUTELL: Erste Tagung der Initiative Sozialwissenschaftliche Dienstleistungsforschung (3sR) in Kooperation mit dem Projektverbund PIA. München, 26.-27.1.2012. Anmeldung ab sofort möglich:

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