Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics (pairfam)
In der Beziehungs- und Familienforschung sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten bedeutsame theoretische und empirische Fortschritte erzielt worden. Ausschlaggebend dafür war die zunehmende Ablösung von Querschnittsbefragungen durch lebensverlaufs- und kohortenbezogene Analysekonzepte. Sie haben sich bei der Modellierung individueller und familialer Entwicklungsprozesse nachhaltig etabliert. Auch wenn das Potential bisheriger Umfragen noch nicht vollends ausgeschöpft ist, so stoßen die vorhandenen Untersuchungsdesigns im Hinblick auf vertiefende Analysen von Beziehungs- und Familienentwicklungsprozessen an theoretische und methodische Grenzen. Die gegenwärtig vorliegende unzureichende Datenqualität resultiert zum einen aus einem fehlenden Längsschnittbezug, in dessen Rahmen lebensverlaufsbezogene Entscheidungsprozesse prospektiv erfasst und kausale Analysen unterstützt werden könnten. Zum anderen erfolgte bisher eine zu starke Konzentration auf strukturelle Faktoren und eine Vernachlässigung interdisziplinär ausgerichteter Forschungsdesigns. Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte „Beziehungs- und Familienentwicklungspanel“ (pairfam) hat sich das Ziel gesetzt, diese Beschränkungen in der Datenqualität zu überwinden, um weitergehende Analysen zur Grundlagenforschung von Beziehungs- und Familiendynamiken zu ermöglichen.
Weitere Informationen zum DFG-Langfristprojekt pairfam sind abrufbar unter:
Dem pairfam-Projekt liegt eine transregionale Projektstruktur zu Grunde. Die zentrale inhaltliche Projektkoordination erfolgt von der Technischen Universität Chemnitz aus (Prof. Dr. Bernhard Nauck begin_of_the_skype_highlighting end_of_the_skype_highlighting). Für das Surveymanagement ist die Arbeitsgruppe an der Universität Mannheim verantwortlich (Prof. Dr. Josef Brüderl). Zwei weitere inhaltliche Arbeitsschwerpunkte bilden die Forschungsgruppen in Bremen (Prof. Dr. Johannes Huinink) und München (Prof. Dr. Sabine Walper).
Die Forschungsgruppe in Chemnitz ist am pairfam-Projekt in mehrfacher Hinsicht beteiligt:
1. Hier werden die Module zur Erfassung intergenerationaler Beziehungen und Werte von Kindern in der pairfam-Hauptbefragung der Ankerpersonen entwickelt sowie der Elternfragebogen erstellt und die Elternbefragung organisiert.
2. In Chemnitz befindet sich der zentrale Nutzerservice, dessen Aufgabe die Betreuung und Beratung von Nutzern der pairfam-Daten sowie die Durchführung von Workshops und Nutzerkonferenzen ist.
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Nutzerservice und Datenversand
Dr. Daniel Fuß
daniel.fuss@soziologie.tu-chemnitz.de
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3. Von der Chemnitzer Forschungsgruppe wurde zudem ein Begleitprojekt zur Befragung von Personen mit Migrationshintergrund im Rahmen des Beziehungs- und Familienentwicklungspanels realisiert.