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Professioneller Umgang mit Zeit- und Leistungsdruck



Eigenfinanziertes Forschungsprojekt.

Das Projekt befindet sich in der Vorbereitungsphase. Geplant ist eine Kooperation mit weiteren Forschungsprojekten sowie mit betrieblichen Praxispartnern in einem Forschungsverbund zum Thema "Zeit- und Leistunsdruck". Laufzeit: 2011-2014

Thema

Arbeitsbedingte psychische Erkrankungen nehmen über alle Branchen hinweg drastisch zu. Das belegt eine Vielzahl von aktuellen Studien. Die daraus entstehenden direkten und indirekten Kosten sind nicht nur für das Gesundheitssystem, sondern vor allem auch für betroffene Unternehmen erheblich. Es ist daher kein Zufall, dass die Diagnose „Burnout“ derzeit nicht nur die Öffentlichkeit, sondern zunehmend auch Personalverantwortliche besorgt.

Diese Entwicklung betrifft alle Segmente der Erwerbsbevölkerung. Besonders betroffen sind jedoch qualifizierte Angestellte und Führungskräfte in Dienstleistungsbranchen bzw. in Dienstleistungsfunktionen der Industrie.

Zunehmender Zeit- und Leistungsdruck in Verbindung mit neuartigen Anforderungen im Zuge des Strukturwandels von Arbeit ist, so zeigen erste Forschungsbefunde, eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung. Zeit- und Leistungsdruck führt jedoch nicht automatisch zur Überlastung der Beschäftigten. Bislang wenig erforscht ist, unter welchen Umständen sich Zeit- und Leistungsdruck belastend auswirkt, aber auch wann er positive Effekte zeitigt, und vor allem, wie die Betroffenen individuell damit umgehen.

Forschungsziele

Ziel des Projekts in Chemnitz ist eine systematische Analyse des Phänomens Zeit- und Leistungsdruck vor dem Hintergrund der vertretenen soziologischen Perspektive. Exemplarisch soll dies in Dienstleistungsbereichen bei unteren und mittleren Führungskräften untersucht werden.

Gefragt wird,
• welche strukturellen Faktoren Zeit- und Leistungsdruck bei diesen Gruppen hervorbringen
• wie sich insbesondere veränderte Arbeitsanforderungen in Folge des Strukturwandels von Arbeit und Betrieb (z.B. Projekt- und Teamarbeit, Zielvereinbarungen) niederschlagen,
• welche Auswirkungen dies auf die Qualität und Professionalität der Tätigkeiten hat und
• welche individuellen Strategien Beschäftigten entwickeln, um mit Zeit- und Leistungsdruck umzugehen.

Auf dieser Grundlage ist geplant, Handlungsorientierungen für Organisationen und Beschäftigte zu entwickeln. Für die Beschäftigten sollen Möglichkeiten zum professionellen Umgang mit Zeit- und Leistungsdruck aufgezeigt werden. Für die Organisationen sollen Perspektiven entwickelt werden, Zeit- und Leistungsvorgaben belastungsarm auszugestalten und Beschäftigte zu einem konstruktiven Umgang mit neuartigen Leistungsanforderungen zu befähigen.

Vorgehen

Die Untersuchung erfolgt im Rahmen eines geplanten Forschungsverbundes, an dem sich weitere arbeitspsychologische und -soziologische Projekte beteiligen.

Die Untersuchungen der Chemnitzer Professur erfolgen mit dem methodischen Instrumentarium der Betriebsfallstudie. Bei exemplarisch ausgewählten Unternehmen werden in intensiver Kooperation mit den jeweiligen Bereichen überwiegend qualitative Beobachtungen und Interviews sowie kleinere standardisierte Befragungen voraussichtlich in zwei bis drei Erhebungswellen, beginnend voraussichtlich im Frühjahr 2012 durchgeführt.

Untersucht werden eine begrenzte Zahl unterer und mittlerer Führungskräfte bzw. Team- und Projektleiter sowie Vertreter des Managements (insbesondere von Personalverantwortlichen) und der betrieblichen Interessenvertretungen der Beschäftigten.

Das Projekt wird Gestaltungsempfehlungen entwickeln und Unterstützungen zur Vorbereitung praktischer Maßnahmen leisten.

Team

Prof. Dr. G. Günter Voß (Gesamtleitung)
Dr. Frank Kleemann
M.A. Christoph Handrich
Dipl.Soz. Carolyn Koch-Falkenberg