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Forschungsprojekt "FERNET" |
Der Einfluss sozialer Nahumwelten auf Einstellungen und Verhaltensweisen eines Individuums ist heute sowohl in der Soziologie im Allgemeinen als auch in ihren spezifischen Anwendungsgebieten, etwa der Familiensoziologie, unumstritten und kann sogar als ein zentrales Definitionskriterium der Soziologie angesehen werden. Neben anderen Möglichkeiten der Modellierung des sozialen Umfeldes spielt vor allem die Netzwerkperspektive eine wesentliche Rolle, die eine solche Einbindung über Effekte von Interaktionsbeziehungen mit verschiedensten Personen erfasst. Mit Blick auf den empirischen Forschungsstand fällt jedoch auf, dass zwar häufig auf Netzwerkeinflüsse hingewiesen wird, etwa in Bezug auf Geburten-, Heirats-, oder Scheidungswellen, ihre Wirkungsweise aber bisher allenfalls sporadisch und eher unsystematisch überprüft wurden. Ein integrierter theoretischer Ansatz zur Erklärung von Netzwerkeinflüssen steht weiterhin aus.
Die Professur für empirische Sozialforschung hat bei der deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG) ein Projekt beantragt, in dem die verschiedenen Netzwerkeinflüsse am konkreten Beispiel von Fertilitätsprozessen untersucht werden sollen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem in bisherigen Arbeiten noch nicht hinreichend konkretisierten Mechanismus der „sozialen Ansteckung“, dessen Wirkprinzipien aufgedeckt werden sollen. |