Das Forschungsprofil der Soziologie in Chemnitz
Die Soziologie in Chemnitz betreibt seit ihrer Einrichtung intensiv eine umfangreiche und fecettenreiche empirische und theoretische Forschung. Diese wird von den fünf Professuren in der ganzen Breite ihrer thematischen, theoretischen und methodischen Ausrichtungen getragen.
Trotz der damit sehr vielfältigen Gegenstände und Verfahren der Forschung haben sich in den letzten Jahren Gemeinsamkeiten mit deutlichen Synergien ergeben. Bei Berücksichtigung der (für uns wichtigen) Unterschiede der Forschungsausrichtungen ergeben sich daraus thematische und theoretisch-methodischen Leitlinien, an denen die Forschung in Chemnitz orientiert ist.
Thematische Leitlinien
Lebensführung und Lebensverläufe im Kontext von Partnerschaft, Familie, Verwandtschaft und Erwerbsarbeit
Ein wichtiges Gegenstandsfeld ist die Untersuchung des Wandels von Lebensführung, Lebensverläufen und persönlichen Lebensverhältnissen. Besondere Beachtung findet dabei u.a. der demographische Wandel in seinen Konsequenzen für die Gestaltung individueller Lebensverläufe und der konkreten Lebenspraxis im Kontext familiärer Entscheidungen und ihren Wechselwirkungen mit der Berufs- und Wohnsituation. Hierbei stehen an mehreren Stellen sowohl Veränderungen von Lebensformen und Partnerschaften, das generative Verhalten als auch die Generationen- und Verwandtschaftsbeziehungen im Mittelpunkt des Interesses. Die Verflechtung dem Bildungs- und Erwerbsverhalten vor allem von Frauen findet dabei besondere Beachtung. Diesen Fragen wird sowohl durch spezifische Forschungsprojekte, durch die Beteiligung an großangelegten Langzeituntersuchungen als auch in der Durchführung international vergleichender Forschungen nachgegangen.
Handelnde Subjekte im Alltag von Erwerbsarbeit und anderen Lebenstätigkeiten
Konkret geht es zudem, als ein zweites wichtiges Gegenstandsfeld, in vielen Projekten um die alltägliche Praxis und darauf gerichtete Orientierungen von Menschen in ihrer aktiven Auseinandersetzung mit den für sie bestimmenden raum-zeitlichen, technischen, ökonomischen und kulturellen Lebensbedingungen. Dabei ist ein besonderer Schwerpunkt die Art und Weise, wie Menschen im alltagspraktischen sozial-räumlichen Kontext erwerbsförmige und andere Formen von Arbeit mit ihren weiteren Lebenstätigkeiten verbinden und welche Probleme daraus für sie entstehen.
Strukturdynamik moderner Gesellschaft: Globalisierung, kulturelle Diffusion und Migration
Einen dritten Schwerpunkt bildet in engem Zusammenhang mit den beiden ersten Feldern der Wandel wichtiger Strukturmomente der modernen Gesellschaft. Schwerpunkte dabei sind die Analyse der informationellen Technisierung und globalen Internationalisierung sowie der kulturellen Diversifikation und Migration in der Moderne. Forschungsschwerpunkte sind dabei unter anderem die Akkulturationsprozesse von Migranten in unterschiedlichen Aufnahmekontexten oder die Veränderungen von Arbeitskontexten durch zunehmende Technisierung
Methodische und theoretische Leitlinien
Problemorientierte empirische Sozialforschung
Die Forschungspraxis des Instituts ist schwerpunktmäßig auf eine inhaltlich breit angelegte, gegenstandsorientierte und methodisch anspruchsvolle empirische Forschung in der Verbindung verschiedener Perspektiven und Fragestellungen ausgerichtet. Dies umfasst sowohl ein entsprechendes Design der Datenerhebung wie den Einsatz adäquater Analysemethoden wie etwa die Datenerhebung mittels eines Multi-Actor-Paneldesigns, kulturvergleichender Untersuchungspläne oder längsschnitts- und mehrebenenorientierter Analyseverfahren einerseits oder entsprechender qualitativer Verfahren der interpretativen Textanalyse wie die dokumentarische Methode, objektive Hermeneutik, der Konversationsanalyse oder auch ethnographischer Feldforschung andererseits. Methodologisch ist dies damit an Prinzipien eines Methodenpluralismus jenseits verengter Positionen und an einer pragmatischen Kombinationen von vielfältigen gegenstandsnahen quantitativen und qualitativen Verfahren orientiert.
Theoretischer Pluralismus
Konzeptionell sind die Arbeiten des Instituts an soziologischen Mehrebenenmodellen und damit an der theoretischen wie empirischen Verbindung von makro- und mikrosoziologischen Perspektiven orientiert. Eine besondere Aufmerksamkeit jedoch dem handelnden Subjekt bzw. den individuellen Akteuren. Die Individualebene ist theoretischer Ausgangs- wie zugleich Fluchtpunkt vieler Arbeiten, die jedoch genuin soziologisch untersucht und dabei aus der Sicht unterschiedlicher soziologischer Theorieperspektiven betrachtet werden. Dabei steht die Brauchbarkeit bestimmter theoretischer Positionen zur Lösung konkreter Forschungsprobleme im Mittelpunkt.
Forschungsvolumen
Die intensive Forschung in Chemnitz zeigt sich nicht zuletzt im Volumen der angeworbenen Forschungsmittel wie dann der aus den Arbeiten entstandenen Publikationen.
Die Evaluierung des Fachs Soziologie im Jahr 2007/08 durch den Wissenschaftsrat hat eindringlich bestätigt, dass das Institut zu den forschungsstärksten soziologischen Einrichtungen in Deutschland gehört.
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Drittmittelvolumen 2001-2009 des Instituts für Soziologie im Vergleich zum Durchschnitt der Soziologie allgemein
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Umfang der Publikationen des Instituts für Soziologie im Vergleich zu anderen Standorten in den NBL
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Forschung der Professuren
Nähere Informationen zu den Forschungsaktivitäten und Projekten der Professuren finden Sie auf den jeweiligen Seiten: