Arbeiten und Leben in Organisationen - Psychosoziale Kosten entgrenzter Arbeit
Viel beachtete Studie in Kooperation mit dem Sigmund-Freud-Institut zeigt erhebliche psycho-soziale Probleme in der Realität deutscher Betriebe in Wirtschaft und Non-Profit-Bereich
(2007-2008, 2010-2011)
Die Arbeitswirklichkeit in Organisationen unterliegt in fast allen Bereichen tiefgreifenden Veränderungen, die in den letzten Jahren noch an Geschwindigkeit zugenommen haben. In letzter Zeit häufen sich Hinweise, dass daraus Folgen von großer Tragweite für betroffene Berufstätige wie aber auch für die Organisationen selbst entstehen. So wird etwa zunehmend berichtet, dass psychische Belastungen, Burn-Out-Phänomene und eine Verschlechterung des Betriebsklimas zunehmen.
Diesen und anderen psycho-sozialen Auswirkungen des Wandels der Arbeitswelt sind das Sigmund-Freud-Institut Frankfurt a.M. und die Professur für Industrie- und Techniksoziologie der Technischen Universität Chemnitz in einer von der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv) finanzierten Studie „Arbeit und Leben in Organisationen 2008“ zur Einschätzung des Problems durch Supervisor/innen und Organisationsberater/innen nachgegangen. Basis ist eine Mitte 2008 (also noch vor der „Krise“) durchgeführte begrenzte Serie von Intensivbefragungen und Gruppendiskussionen sowie eine standardisierte Umfrage bei den 3550 Mitgliedern der DGSv, die in vielen Bereichen der Wirtschaft wie vor allem auch in nicht-wirtschaftlichen Organisationen als Supervisor/Innen, Berater/innen und Coaches tätig sind.
Die jetzt vorliegenden Befunde sowohl der offenen Befragungen wie auch der Umfrage zeigen in aller Deutlichkeit, dass es in den deutschen Betrieben atmosphärisch alles andere als gut steht:
Weithin berichten die Organisationsexpert/innen der DGSv von sich verselbständigenden permanenten Umbauten in den Betrieben, deren Sinn die Beschäftigten oft nicht mehr nachvollziehen können. Sie schildern eindringlich von stark belasteten Mitarbeiten und sogar von einer wachsende „psychischen Not“ (nicht selten am Rande der Erkrankung). Durchgehend berichtet wird von einem breitflächigen Sinken der Identifikation mit den Unternehmen und von einem wachsenden Zwang professionelle Standards und Arbeitsqualität zu verletzen, um kurzfristige ökonomische Zielmargen zu erfüllen. Auffällig ist nicht zuletzt, dass der Wandel bei den Betroffenen einen hohen Bedarf an qualifizierter Führung und Unterstützung zur Folge hat, dem das Management der Betriebe aber nur selten entspricht – kurz: Führungskräfte scheinen in vielen Bereichen selber überfordert.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass der ökonomische Druck der letzten Jahre und der daraus entstehende ständige Reformzwang in vielen Bereichen zu einer höchst problematischen ‚Blase‘ sich verdichtender Probleme in Organisationen geführt hat, der lange Zeit kaum offen wahrgenommen wurde, nun aber ‚platzen‘ könnte. Parallelen zur ‚Wirtschafts-‚ und ‚Finanz-Blase‘ drängen sich auf.
Das Projekt wird mit einer zweiten Erhebung 2010-2011 fortgesetzt.
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Arbeit und Leben in Organisationen 2011
Folien zum Vortrag der Projektgruppe über die zweite Erhebungswelle auf der Tagung "Riskante Arbeitswelten" in der Ev. Akademie Tutzing 29.3.-1.3.2012 |
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Rolf Haubl/ G. Günter Voß (Hg.)(2011): Riskante Arbeitswelt im Spiegel der Supervision. Eine Studie zu den psychosozialen Auswirkungen spätmoderner Erwerbsarbeit.
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"Burn-Out. Arbeiten bis zum Umfallen"
Radiovortrag im SWR und Vortrag auf dem Kongress "Mixed Leadership"/Luzern zu Burnout usw. von GGV: link Mp3-download des Radiovortrages auf unserer Medienseite (s. links); download Textfassung des Radiovortrags und ppt des Luzernvortrages auf unserer Downloadseite. "Seelische Gesundheit im Betrieb". Eine Sendung des SWR2 mit Statements von GGV: link download mp3 auf unserer Medienseite
"Vollgas im Leerlauf"
Sendung des HR am 15.06.09 zur Studie:
Die Krise, die Krise! Der wirtschaftliche Abschwung muss nicht nur herhalten, um Insolvenzen zu begründen. Er ist auch die Entschuldigung für sinnlose, ineffiziente und strapaziöse Umbauten in Unternehmen, Restrukturierungen zur "Effizienzsteigerung" oder einfach nur "innovativ". Was bringt's? Statt Output folgt der Zusammenbruch. Burnout, Mobbing und innere Kündigung sind heute Alltag, Kreativität und Professionalität bleiben auf der Strecke. Das wird uns noch teuer zu stehen kommen, haben Forscher jetzt vorhergesagt. Wann platzt diese Blase? fragt DER TAG.
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Tagung zur Studie an der Evangelischen Akademie in Tutzing
download des Programms |
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„Betriebliche Klima-Katastrophe“
Bericht in der SZ-Kolumne „Führungsspitzen“, 15.6.09 (downlaod jpg) |
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Arbeit und Leben in Organisationen - Kurzinformation
Ausführlichere Information zu Anlage und Ergebnissen der Studie für die Medien |
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Arbeiten und Leben in Organisationen
Ausführlicherer Bericht und Kommentierungen zu den Intensivinterviews im Rahmen der Studie in der Schriftenreihe "Positionen" |
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