Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften, Professur für Klinische Psychologie, Raucherambulanz






Kursinhalt

Im Einzelnen kommen folgende Interventionen zum Einsatz:

  1. Psychoedukation: Aufklärung, Informationsvermittlung und Einstellungsänderung

  2. Problem- und Verhaltensanalyse: Analyse des Rauchverhaltens und der aufrechterhaltenden bzw. auslösenden kognitiven, situationalen oder sozialen Bedingungen (Selbstbeobachtung und Dokumentation)

  3. Motivierung: Stärkung der Veränderungsmotivation und klare Entscheidung zum Rauchstopp (Motivierende Gesprächsführung, Festlegung eines Rauchstopptermins); Perspektivenwechsel in der Einstellung zum Rauchen

  4. Abstinenzvorbereitung: Systematische Umgestaltung von (Auslöse-)Situationen und Löschung der konditionierten Auslösereize

  5. Rauchstoppdurchführung: Festlegung eines Rauchstopptages und Durchführung nach der Schlusspunktmethode

  6. Entzugstherapie: Strategien zur Bewältigung von Entzugssymptomen und Suchtdruckattacken; ggfs. Einsatz von Medikamenten

  7. Verlernen der Rauchgewohnheit durch Etablierung des rauchfreien Alltags: Verhaltensmodifikation (Aufbau und Training von Alternativverhalten, Vertragsmanagement) und Gegenkonditionierung (gezielte Verstärkung der Rauchabstinenz und des Alternativverhaltens, Selbstbelohnung; Ersetzen der alten aufrechterhaltenden Bedingungen)

  8. Aufrechterhaltung und Stabilisierung der Abstinenz: Vermittlung von Selbstkontrollstrategien; Training alternativer Verhaltensweisen zur Entspannung und Pausengestaltung; Umgang mit Risikosituationen; Aktivierung eines unterstützenden sozialen Netzwerks

  9. Gesundheitsförderung: Training eines Intensiventspannungsverfahrens; Vermittlung von Tipps für Ernährung und Bewegung

  10. Rückfallprophylaxe: Strategien gegen Rückfallrisiken (Rollenspielübungen) und zum konstruktiven Umgang mit Rückfällen

Da wissenschaftlich gut belegt ist, dass sich die Erfolgsrate bei langjährigen und abhängigen Rauchern durch eine Kombination von verhaltenstherapeutischen Strategien mit medikamentösen Verfahren zur Behandlung der Entzugserscheinungen, z.B. mit Nikotinersatzprodukten (Nikotinpflaster oder -kaugummis), "Zyban" oder "Chamtix", noch deutlich steigern lässt, werden in dem Programm auch die entsprechenden medikamentösen Therapieoptionen berücksichtigt und in Absprache mit dem Hausarzt bei Bedarf eingesetzt.

Zu Beginn des Kurses wird eine ausführliche Fragebogendiagnostik zum Rauchverhalten einschließlich typischer Rauchsituationen, zur Rauchanamnese, zum Abhängigkeitsgrad, zur aktuellen Aufhörmotivation und bisherigen Erfahrungen mit Aufhörversuchen sowie zum körperlichen und psychischen Gesundheitszustand durchgeführt. Diese Vorbefragung dient dazu,

a. die Tabakentwöhnungsinterventionen möglichst optimal auf die individuellen Bedingungen jedes einzelnen Teilnehmers abstimmen und

b. mögliche unerwünschte Effekte des Tabakentzugs aufgrund körperlicher oder psychischer Beschwerden ausschließen bzw. diesen therapeutisch entgegenwirken zu können.

In Einzelfällen wird den Teilnehmern angeboten, festgestellte psychische Probleme von den Experten des Lehrstuhles für Klinische Psychologie bzw. der geplanten Hochschulambulanz genauer diagnostizieren bzw. bei Bedarf behandeln zu lassen.