Gleichstellung und Frauenförderung






Professorinnenprogramm

Um die hochmotivierten und hervorragend ausgebildeten Frauen in der Wissenschaft halten zu können, braucht es verstärkt Initiativen vom Bund, Ländern, Wissenschaftsorganisationen und den Hochschulen selbst. Mit dem 2008 als Bund-Länder-Programm aufgelegten Professorinnenprogramm des BMBF konnte dafür ein erfolgreicher Auftakt installiert werden. Für die Teilnahme am Programm, das von Bund und Ländern je hälftig mit einem Fördervolumen von 150 Millionen Euro für fünf Jahre ausgestattet wurde, haben knapp die Hälfte aller deutschen Hochschulen ihre Gleichstellungsprogramme eingereicht, drei Viertel davon mit Erfolg. Das Gleichstellungsprogramm der TU Chemnitz wurde ebenfalls als sehr positiv bewertet.

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Professuren von Prof. Dr. Bernadette Malinowski (l.) und Prof. Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl werden durch das Professorinnenprogramm gefördert.
Die Literaturwissenschaftlerin und die Juristin tragen zur Erhöhung des Frauenanteils an der TU Chemnitz bei - insbesondere in der Professorenschaft.

Foto: Christian Schenk

 

Das TU Spektrum, Ausgabe 3/2011, berichtete darüber im Artikel Frauen auf Spitzenpositionen in der Wissenschaft.

 

Frauen auf Spitzenpositionen in der Wissenschaft
Die TU Chemnitz beteiligt sich erfolgreich am Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder

Hervorragende Ausbildung, gute Qualifikation, Selbstbewusstsein und Ehrgeiz sind längst keine Männerdomänen mehr, sondern auch für Frauen zunehmend selbstverständlich. Trotzdem sind Frauen in Spitzenpositionen sowohl in Industrie und Wirtschaft als auch in der Wissenschaft noch immer eher selten anzutreffen. Nicht zuletzt die Diskussion über eine Frauenquote rückt das ins Bewusstsein.

Um dieser Situation zu begegnen, Frauen in Spitzenpositionen in der Wissenschaft nachhaltig zu fördern und die Anzahl von Professorinnen an den deutschen Hochschulen zu steigern, riefen Bund und Länder 2007 das Professorinnenprogramm ins Leben. Insgesamt stellen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Länder hierfür 150 Millionen Euro zur Verfügung.

Gemäß Richtlinie verfolgen Bund und Länder damit das Ziel, "im Rahmen ihrer gemeinsamen Anstrengungen zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen des Wissenschaftsbereichs zu steigern. Es geht darum, die Anzahl von Professorinnen an Hochschulen zu erhöhen und die Gleichstellungsbemühungen der Hochschulen insbesondere im Hinblick auf die Gewinnung und Einbindung weiblicher wissenschaftlicher Nachwuchskräfte in den Bereichen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind, zu unterstützen."

Die Vielzahl der eingereichten Gleichstellungskonzepte gibt dieser Zielstellung recht. Mittlerweile werden an über 100 Hochschulen zwischen einer und drei Professuren aus Mitteln des Professorinnenprogramms gefördert, darunter an vier Hochschulen in Sachsen. Die TU Chemnitz war mit ihrem Gleichstellungskonzept 2009 in der zweiten Bewilligungsrunde erfolgreich. Sie erlangte da durch die Berechtigung zur Beantragung einer Anschubfinanzierung von Erstberufungen von Frauen für bis zu drei Professuren aus Mitteln dieses Programms. 2010 konnten sich in zwei Berufungsverfahren Frauen aufgrund ihrer Qualifikation durchsetzen und folgten dem Ruf nach Chemnitz. Seit 1. Februar 2011 ist Prof. Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl Professorin für Privatrecht und Recht des geistigen Eigentums an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Prof. Dr. Bernadette Malinowski hat seit 1. April 2011 die Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät inne. Aktuell lehren damit 21 Frauen unter den 146 Professoren und Professurvertretern der TU Chemnitz.

Die Finanzierung dieser beiden Professuren wird nach erfolgreicher Beantragung bis Ende 2015 durch das Professorinnenprogramm gefördert. Im Gegenzug hat sich die TU Chemnitz verpflichtet, die durch die Förderung der Professuren frei werdenden Mittel zuzüglich weiterer Mittel des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) sowie eines Eigenanteils in angemessener Höhe in festgelegte zusätzliche gleichstellungsfördernde Maßnahmen zu investieren. Hierfür stehen nun bis Ende 2015 insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro bereit.

"So konnten bereits 2011 Professorinnen mit zusätzlichen Personalstellen sowie Mitteln für studentische Hilfskräfte und Sachmitteln in ihrer Arbeit unterstützt werden", berichtet Dr. Renate Wißuwa, die für die Umsetzung des Professorinnenprogramms an der TU Chemnitz verantwortlich ist. Insbesondere in Anerkennung von überdurchschnittlichem Engagement von Professorinnen, zum Beispiel in der Gremienarbeit, habe das Rektorat befristet Mittel für studentische Hilfskräfte sowie Sachmittel, unter anderem für die Teilnahme an Tagungen und Kongressen, vergeben. Darüber hinaus erhielten vier Professorinnen Mitarbeiterstellen zur temporären Unterstützung bei der Drittmitteleinwerbung sowie von Projektdurchführungen. Die rückwirkende Förderung der zweiten Professur ermöglicht in den kommenden Jahren die Verstärkung dieser Maßnahmen mit höherem Budget. Zusätzlich liegt dann der Fokus auf Stipendien zur Förderung von Frauen in den MINT-Fächern, insbesondere von sich qualifizierenden Frauen mit Familie. Außerdem werden Weiterbildungen im Bereich Schlüsselqualifikationen spezifisch für Studentinnen und Wissenschaftlerinnen angeboten, besonders durch die Erweiterung des Programms der Forschungsakademie. Weitergeführt wird dann auch das Projekt GiTa - Girls' Tandem, das Schülerinnen an ein MINT-Studium heranführt. Durch personelle Unterstützung der Frauen- sowie Gleichstellungsbeauftragten sollen zudem die Projektakquise und -durchführung sowie die Evaluation und Weiterentwicklung der Gleichstellungsarbeit verstärkt werden.
 
Olivia Neumann, Büro des Rektors

Kontakt: Frauenbeauftragte Dr. Renate Wißuwa