
Foto: Christian Schenk
Das TU Spektrum, Ausgabe 3/2011, berichtete darüber im Artikel Frauen auf Spitzenpositionen in der Wissenschaft.
Hervorragende Ausbildung, gute Qualifikation, Selbstbewusstsein und Ehrgeiz sind längst keine Männerdomänen mehr, sondern auch für Frauen zunehmend selbstverständlich. Trotzdem sind Frauen in Spitzenpositionen sowohl in Industrie und Wirtschaft als auch in der Wissenschaft noch immer eher selten anzutreffen. Nicht zuletzt die Diskussion über eine Frauenquote rückt das ins Bewusstsein.
Um dieser Situation zu begegnen, Frauen in Spitzenpositionen in der Wissenschaft nachhaltig zu fördern und die Anzahl von Professorinnen an den deutschen Hochschulen zu steigern, riefen Bund und Länder 2007 das Professorinnenprogramm ins Leben. Insgesamt stellen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Länder hierfür 150 Millionen Euro zur Verfügung.
Gemäß Richtlinie verfolgen Bund und Länder damit das Ziel, "im Rahmen ihrer gemeinsamen Anstrengungen zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu unterstützen, die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen des Wissenschaftsbereichs zu steigern. Es geht darum, die Anzahl von Professorinnen an Hochschulen zu erhöhen und die Gleichstellungsbemühungen der Hochschulen insbesondere im Hinblick auf die Gewinnung und Einbindung weiblicher wissenschaftlicher Nachwuchskräfte in den Bereichen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind, zu unterstützen."
Die Vielzahl der eingereichten Gleichstellungskonzepte gibt dieser Zielstellung recht. Mittlerweile werden an über 100 Hochschulen zwischen einer und drei Professuren aus Mitteln des Professorinnenprogramms gefördert, darunter an vier Hochschulen in Sachsen. Die TU Chemnitz war mit ihrem Gleichstellungskonzept 2009 in der zweiten Bewilligungsrunde erfolgreich. Sie erlangte da durch die Berechtigung zur Beantragung einer Anschubfinanzierung von Erstberufungen von Frauen für bis zu drei Professuren aus Mitteln dieses Programms. 2010 konnten sich in zwei Berufungsverfahren Frauen aufgrund ihrer Qualifikation durchsetzen und folgten dem Ruf nach Chemnitz. Seit 1. Februar 2011 ist Prof. Dr. Dagmar Gesmann-Nuissl Professorin für Privatrecht und Recht des geistigen Eigentums an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Prof. Dr. Bernadette Malinowski hat seit 1. April 2011 die Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät inne. Aktuell lehren damit 21 Frauen unter den 146 Professoren und Professurvertretern der TU Chemnitz.
Die Finanzierung dieser beiden Professuren wird nach erfolgreicher Beantragung bis Ende 2015 durch das Professorinnenprogramm gefördert. Im Gegenzug hat sich die TU Chemnitz verpflichtet, die durch die Förderung der Professuren frei werdenden Mittel zuzüglich weiterer Mittel des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) sowie eines Eigenanteils in angemessener Höhe in festgelegte zusätzliche gleichstellungsfördernde Maßnahmen zu investieren. Hierfür stehen nun bis Ende 2015 insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro bereit.
Kontakt: Frauenbeauftragte Dr. Renate Wißuwa