Gleichstellung und Frauenförderung

Ringvorlesung

Frauen in der Wissenschaft in Deutschland sollen künftig eine deutlich größere Rolle spielen und weit bessere Aufstiegs - und Karrieremöglichkeiten haben als bislang. Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft unlängst „Forschungsorientierte Gleichstellungsstandards“ entwickelt. Diese sollen als Grundlage dienen, um die Gleichstellung von Frauen und Männern auf allen Gebieten voranzutreiben.  Prof. Kleiner, der DFG-Präsident,  unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die Gleichstellungsstandards auf dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung und der Autonomie der Hochschulen und Forschungseinrichtungen basieren.
 
Die TU Chemnitz beabsichtigt, eben solche strukturellen Rahmen-bedingungen, die eine Gleichstellung fördern, in den nächsten Jahren weiter auszubauen und zu professionalisieren. Dazu wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erarbeitet,  der sich gleichermaßen im Gleichstellungskonzept der Universität wiederfindet und ein tragfähiges Fundament für eine Selbstverpflichtungserklärung gegenüber der DFG im Rahmen der „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ bildet.
 
Zu dem umfangreichen Maßnahmenkatalog gehört unter anderem auch die Institutionalisierung, Implementierung und Förderung von  Frauen- und Geschlechterforschung. Deren verstärkte Integration und Weiterentwicklung in Forschung und Lehre zählt dabei zu den vorrangigen Zielen. Hier steht die TU Chemnitz noch am Anfang eines weitreichenden institutionellen Entwicklungsprozesses. Obwohl sich eine Reihe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den unterschiedlichsten Fakultäten mit dieser Thematik auseinandersetzen, fehlte bislang eine geeignete Plattform für den wissenschaftlichen Austausch, die Präsentation interdisziplinär relevanter, interessanter Themen und Forschungsergebnisse.
 
Die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der TU Chemnitz, Karla Kebsch, hat deshalb in Zusammenarbeit mit der stellv. Gleichstellungbeauftragten der Philosophischen Fakultät, Dr. Ines Detmers, die Ringvorlesung „Angewandte Gender Studies“ konzipiert, die als ein „Baustein“ der Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Chemnitz den wissenschaftlichen Diskurs auf diesem Gebiet anregen, unterstützen und vorantreiben möchte.
 
Eröffnet wurde die Ringvorlesung von Frau Prof. Dr. Ingrid von Rosenberg, die von 1997 bis 2004 an der TU Dresden die Professur für Großbritannienstudien inne hatte. Nach dem Studium der Anglistik und Germanistik an den Universitäten Hamburg, Bonn und Edinburgh, folgte die Promotion an der FU Berlin, die 1979 unter dem Titel Der Weg nach oben: Britische Arbeiter-romane von 1945-1978 erschien. Neben Berlin hat Frau Prof. von Rosenberg an den Universitäten Braunschweig, Duisburg, und Passau sowohl in der Sprachausbildung unterrichtet als auch britische Literatur- und Kulturwissenschaft gelehrt. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Gender und Postcolonial Studies, die britische Arbeiterliteratur, Literatur und Kultur der Black and British Asians, sowie die Bereiche der bildenden Kunst und der Alltagskultur. Ferner hat sich Frau Prof. von Rosenberg als Übersetzerin klassischer und zeitgenössischer britischer Literatur einen Namen gemacht, u.a. Briefe Jane Austen sowie Werke Mary Wollstonecraft, Vita Sackville West, Alan Sillitoe und A.L. Kennedy.
 
Autorinnen:
Karla Kebsch
Dr. Ines Detmers