Was soll ich studieren?

Wer in Chemnitz Informatik studiert, hat eine große Auswahl: Studienanfänger müssen sich entscheiden zwischen den Bachelor-Studiengängen Informatik und Angewandte Informatik entscheiden. Bachelor-Absolventen (oder Diplom-Absolventen, die glauben, noch nicht alles zu wissen) müssen sich gar zwischen 5 Master-Studiengängen entscheiden: Informatik, Data & Web Engineering, Automotive Software Engineering, Intelligente Medien und Virtuelle Realität und Parallele und Verteilte Systeme gibt es zur Auswahl. Für Absolventen geisteswissenschaftlicher Studienfächer gibt es den Masterstudiengang Informatik für Journalisten.

Bachelor of Science

Die Bachelor-Studiengänge beginnen ähnlich wie das Diplomstudium (da sich der Aufbau bewährt hat). In den ersten Semestern werden die Grundlagen in praktischer Informatik (Algorithmen, Datenstrukturen, höhere Programmiersprachen), technischer Informatik (Digitaltechnik, Rechnerorganisation, maschinenorientierte Programmierung) und Mathematik (Algebra, lineare Algebra, Analysis) gelehrt. Darauf bauen Gebiete aus der Breite der Informatik (Betriebssysteme, Datenbanken, Rechnernetze) und die Theoretische Informatik (Graphentheorie, Datensicherheit) auf. Außerdem ist das Modul Software-Engineering zu absolvieren, welches eine Vorlesung und ein Softwareentwurfspraktikum umfasst. Abgeschlossen wird das Studium mit der Bachelor-Arbeit.

Unterschiede zwischen den beiden angebotenen Bachelor-Studiengängen gibt es in erster Linie in den Nebenfächern bzw. Anwendungsschwerpunkten. Während man bei Angewandter Informatik einen Anwendungsschwerpunkt aus der Informatik bzw. aus einem informatiknahen Gebiet wählt, entscheidet man sich bei Informatik für ein Nebenfach aus einer anderen Wissenschaft. Zusätzlich belegt man bei Informatik gegen Ende des Studiums Vertiefungsmodule aus den Forschungsschwerpunkten der Fakultät.

Informatik

Nach den Pflichmodulen im 1. bis 4. Semester hat man im 5. und 6. Semester eine große Auswahl aus den angebotenen Fortgeschrittenen-Vorlesungen (unter anderem Künstliche Intelligenz, Echtzeitsysteme, Parallelrechner, Computergraphik).

Bei den Nebenfächern besteht die Auswahl zwischen Physik, Mathematik, Operations Research, Wirtschaftswissenschaften, Maschinenbau, Elektrotechnik, Psychologie und Englisch. Das Nebenfach umfasst etwa ein Zehntel des Studiums.

Angewandte Informatik

Im Studium der Angewandten Informatik wählt man sich einen Anwendungsschwerpunkt, der ein großes Gewicht in der Ausbildung einnimmt. Momentan kann zwischen Eingebettete Systeme, Medieninformatik, Informations- und Kommunikationssysteme und Computergrafik/Virtuelle Realität gewählt werden. Der Anwendungsschwerpunkt läuft während der ersten 4 Semester parallel zu den Pflichtlehrveranstaltungen. Im 5. und 6. Semester widmet man sich ihm fast ausschließlich. Auch die Bachelorarbeit wird in der Regel im gewählten Schwerpunkt geschrieben.

Master of Science

Unsere Fakultät bietet sechs Masterstudiengänge an, fünf für Informatiker und einen für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer. Für Informatiker gibt es die Wahl zwischen einem allgemeinen Master Informatik und Data & Web Engineering (welche die „Kerninformatik“ repräsentieren) und den Master-Studiengängen Parallele und Verteilte Systeme, Automotive Software Engineering und Intelligente Medien und Virtuelle Realität, welche den Forschungsschwerpunkt der Fakultät zugeordnet sind. Geisteswissenschaftler können Informatik für Journalisten studieren.

Es kann einem jeden Bachelor-Absolventen – sofern nicht wichtige Gründe dagegen sprechen – empfohlen werden, an sein Studium ein Masterstudium anzuschließen. Dasselbe gilt für Diplom-Studenten, die sich noch weiterqualifizieren möchten. Es ist heute noch nicht absehbar, ob Bachelor-Absolventen von der Wirtschaft akzeptiert werden. Mit einem Master-Abschluss kann man deutliche Vorteile sowohl bei den Einstellungschancen als auch beim Gehalt erwarten. Natürlich wird die höhere Qualifikation im späteren Berufsleben auch in fachlicher Hinsicht nützlich sein.

Die Masterstudiengänge der Fakultät bieten (außer DWE) sehr große Wahlfreiheit. Diese geht sogar so weit, dass zwei Studenten unterschiedlicher Studiengänge exakt dieselben Module belegen könnten. Durch die große Wahlfreiheit ist eine Umorientierung während des Studiums im Master Informatik problemlos möglich – man wählt einfach im nächsten Semester die Lehrveranstaltungen, die seinen Neigungen entsprechen. Ist man in einen der anderen Studiengänge eingeschrieben, kann man nur Schwerpunkte innerhalb des Forschungsgebietes wählen bzw. (mit etwas mehr Aufwand) den Studiengang wechseln.

Es ist zu erwarten, dass Stellen, auf denen bisher Diplom-Informatiker untergekommen sind, künftig Informatik-Master besetzen werden. Es ist jedoch nicht absehbar, wie die Wirtschaft auf die vielen neuen, sehr speziellen Masterstudiengänge reagieren wird. Unternehmen in Branchen, welche von dem Spezialisierungs-Studiengang abgedeckt werden, stellen jene Absolventen sicher eher ein bzw. stellen ihnen ein höheres Einstiegsgehalt in Aussicht. Kommt man jedoch in einer anderen Branche unter, verkehrt sich der Vorteil möglicherweise ins Gegenteil. Was einem bleibt, ist allerdings in jedem Fall die persönliche Qualifikation. Wer noch unentschlossen ist, dem sei folglich ans Herz gelegt, das allgemeine Masterstudium Informatik zu absolvieren. Wer plant, in einer der Branchen, die die Spezialisierungs-Master DWE, ASE, IMV und PVS abdecken, zu arbeiten, sollte in Erwägung ziehen, den entsprechenden Studiengang zu wählen.

Informatik

Im Studienplan gibt es vier Bereiche: Angewandte Informatik, Praktische Informatik, Technische Informatik und Theoretische Informatik. Aus jedem Bereich wird mindestens ein Modul gewählt. Die restlichen Module können beliebig aus allen Gebieten zusammengestellt werden. Außerdem muss ein Forschungsseminar oder ein Forschungspraktikum absolviert werden. Das Studium schließt mit der sechsmonatigen Masterarbeit ab.

Das im Bachelor gewählte Nebenfach wird beibehalten. Es wurden jedoch Vorkehrungen für Bachelor-Absolventen anderer Universitäten, die möglicherweise kein Nebenfach belegt haben, getroffen.

Data & Web Engineering

Automotive Software Engineering

Intelligente Medien und Virtuelle Realität

Parallele und Verteilte Systeme

Informatik für Journalisten

Aufgrund von Nachfragen aus der Wirtschaft wurde an unserer Fakultät ein Studiengang eingerichtet, der Absolventen geisteswissenschaftlicher Studienfächer eine fundierte Informatik-Ausbildung bietet. Blenden lassen sollte man sich jedoch weder von dem Abschluss „Master of Science“, noch von Aussagen, es würde ein „vollwertiges Informatikstudium“ angeboten. Ein Absolvent dieses Studienganges verfügt über eine solide Basis in der Wissenschaft der Informatik. Er wird jedoch niemals die Kenntnisse haben können, die man von einem „echten“ Informatiker erwartet.

Außerdem wird das Studium der Informatik, also einer eher technischen Wissenschaft, sicher für die meisten Geisteswissenschaftler kein Spaziergang werden. Die Fakultät ist jedoch bekannt für ihre gute Betreuung, sodass die Studenten in jedem Falle auf Unterstützung bekommen. Unter anderem ist im ersten Studienjahr ein wöchentliches, anderthalbstündliches Tutorium vorgesehen.

Das Studium umfasst teilweise ein Grundstudium der Informatik, ergänzt mit etwas Medieninformatik und anderen Grundlagen- und zum Teil auch Fortgeschrittenenveranstaltungen. In den ersten beiden Semestern werden die Grundlagen des Programmierens und des algorithmischen Denkens gelehrt. Aufbauend auf dieses Wissen können weitere Wahlmodule aus den Gebieten der Medieninformatik, technischen Informatik, der Informationswissenschaft, der Mathematik etc. belegt werden. Außerdem sind ein Forschungsseminar und ein Forschungspraktikum zu absolvieren. Abgeschlossen wird das Studium mit der Masterarbeit.