Forschungsförderung
Im Wesentlichen lassen sich zwei Gruppen von Förderungsorganisationen unterscheiden:
- außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, bei denen Nachwuchsförderung zum wissenschaftlichen Selbstverständnis gehört und nicht zuletzt im Eigeninteresse der Personalrekrutierung betrieben wird und
- Trägerorganisationen, wie die DFG, Begabtenförderungswerke und andere Stiftungen sowie Fachgesellschaften, die sich der Nachwuchsförderung im Auftrag (z.B. des Bundes oder gesellschaftlicher Organisationen) oder im Sinne eines Stiftungs- oder Vereinszwecks widmen.
Die größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen Deutschlands, die auch international agieren, sind:
- Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) zur Förderung der anwendungsorientierten Forschung zum Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft
- Max-Planck-Gesellschaft (MPG) zur Förderung der Wissenschaften im Bereich der Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften
- Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), Zusammenschluss aus naturwissenschaftlich-technischen und medizinisch-biologischen Großforschungseinrichtungen
- Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibnitz (WGL), Zusammenschluss wissenschaftlich, rechtlich und wirtschaftlich eigenständiger Forschungsinstitute und Serviceinrichtungen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist die zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft zur Förderung der Forschung an Hochschulen und öffentlich finanzierten Forschungsinstitutionen in Deutschland.
Instrumente der DFG zur Förderung von Doktoranden sind Graduiertenkollegs und Graduiertenschulen sowie die Einbindung der Promovierenden in Projekte.
Doktoranden erhalten in Graduiertenkollegs die Möglichkeit, ihre Dissertationen im Rahmen eines koordinierten Forschungsprogramms zu schreiben und werden dadurch in die Forschungsarbeit der beteiligten Einrichtungen einbezogen. Dabei handelt es sich um befristete Einrichtungen der Hochschulen, in denen das umfassende Kursprogramm für die Erwerbstätigkeit keinen und für die Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter kaum Raum lässt. Die Finanzierung erfolgt deshalb grundsätzlich über Stipendien.
An der TU Chemnitz werden derzeit folgende Graduierten- und Promotionskollegs gefördert:
- GRK 1215 "Materialien und Konzepte für fortschrittliche Metallisierungssysteme (gemeinsam mit den chinesischen Partnern der Fudan und der Shanghai Jiao Tong University)
- GRK 1780 "Kopplung virtueller und realer sozialer Welten"
- Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten und Gesellschaften in der Zeit ihrer Teilung (1949-1990) (Konrad-Adenauer-Stiftung)
- Politik- und Parteienentwicklung in Europa (Hanns-Seidel-Stiftung)
- Medien im internationalen Vergleich (Hanns-Seidel-Stiftung)
Graduiertenschulen bieten strukturierte Promotionsprogramme, die DokotorandInnen im Kollektiv fördern. Es gibt sowohl fach- bzw. fakultätsbezogene Graduiertenschulen, als auch interdisziplinär angelegte Graduiertenschulen, an denen WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Fakultäten beteiligt sind.
Außer der DFG nutzen das Förderinstrument der Graduiertenschule die Helmholtz-Gemeinschaft mit ihren Helmholtz-Graduiertenschulen sowie die WGL; mehrere Leibniz-Institute haben Research Schools bzw. Graduate Schools eingerichtet.
