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Der
Adoleszenzroman in der türkischen Jugendliteratur und Literaturunterricht
in der Türkei
Hikmet Asutay
Der Forschungsgegenstand dieser Arbeit
ist der Adoleszenzroman im Türkischen und seine Berufung zur Pädagogik
als Lese- und Literarsozialisationsmittel im Literaturunterricht an den
Schulen. Während in der türkischen Literaturwissenschaft noch darüber diskutiert
wird, was denn eine besondere Jugendliteratur eigentlich sei, sind in den
letzten Jahren immer mehr Jugendbücher erschienen. Bei diesen handelt es
sich zu einem Teil um problemorientierte Literatur, zum anderen Teil um
Mädchenbuchserien (Girl-Series). In der Türkei, einem Land mit niedriger
Lesequote, haben diese Bücher bisher immerhin elf bis fünfzehn Auflagen
erreicht und wurden damit zu Bestsellern, wie zum Beispiel das Buch Tagebuch
Heroin (1997, türk. Eroin Güncesi) von Kanat Güner, und die
Mädchenbücherserie von İpek Ongun. Dabei sind die Übersetzungen noch nicht
mitgezählt.
In der Jugendliteraturwissenschaft
wird davon ausgegangen, dass sich der Adoleszenzroman aus der Erwachsenenliteratur
entwickelt und erst Anfang der neunziger Jahre durchgesetzt hat (Ewers,
1989; 1991; Lange, 1997, 1-17). So kann man den Adoleszenzroman als doppelsinnig
verstehen, da er nicht nur von Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen
rezipiert wurde.
Der Begriff Adoleszenzroman ist in
Anlehnung an das angloamerikanische "adolescent novel" gebildet worden
(Lange, 1997). Thematisch handelt der Adoleszenzroman von den Problemen
des Erwachsenwerdens. Beschrieben wird die existentielle Erschütterung,
die tiefgreifende Identitätskrise des Jugendlichen, der auf der Suche nach
einem eigenen Weg in der Gesellschaft und zu sich selbst ist (Lange, 1997).
Neu an dieser Literatur ist vor allem ihre Sprache, die vom Jargon der
jugendlichen Alltagssprache geprägt ist (1). Protagonisten
des Adoleszenzromans befinden sich im Alter zwischen Vorpubertät und Postadoleszenz.
Es gibt in der türkischen Literatur
noch keinen literaturwissenschaftlichen Gattungsbegriff für die Jugendliteratur.
Weder in Buchhandlungen noch in Bibliotheken gibt es Abteilungen für Jugendliteratur.
Jugendlektüre zählt man entweder zur kinderliterarischen Abteilung oder
zur Erwachsenenliteratur allgemein. Zum Beispiel zählt man Robinson
Crusoe, Huckleberry Finn oder Salingers The Catcher in the
Rye zur klassischen Weltliteratur für Erwachsene allgemein. Die türkische
Jugendlektüre wird seit Jahren zur Kinder- oder Schullektüre gezählt, wie
z.B. einige Jugenderzählungen von K. Tuğcu und Ö. Seyfettin
(2).
So können wir feststellen, dass es intentionale Kinder- und Jugendliteratur
bis zu den 70er Jahren gibt. Aber es gibt kaum wissenschaftliche
Arbeiten (3) oder Forschungen zum Fach Jugendliteratur
(Özyer 1994, 52). Nur M. Alpay nennt den Begriff "Jugendlektüre" (Alpay,
1975, 6). Dagegen gibt es zum Bereich Kinderliteratur schon Forschungsarbeiten,
Dissertationen, Rezensionen und weitere Arbeiten, obwohl es ein ganz neues
Gebiet in der Türkei ist (4).
-2-
Als Motivik und Thematik gab und
gibt es heute noch die Jugend- und Adoleszenzproblematik in der türkischen
Literatur. Darunter verstehen wir aber eher die Romane, die die Jugendlichen
thematisieren und darstellen, als die für Jugendliche geschriebene Lektüre,
und zwar seit den Anfängen des türkischen Romans im 19. Jahrhundert. Diese
späte Entwicklung dieser literarischen Form in der türkischen Literatur
hatte nicht zuletzt darin ihren Grund, dass der Buchdruck erst um 1730
ins Osmanische Reich eingedrang. Bis dahin war die mündliche Literatur
allgemeines Medium. Inhaltlich bzw. thematisch nimmt der Roman die traditionellen
mündlichen Erzählstoffe der Volkserzählungen auf. In den Volkserzählungen
geht es meistens um Liebesgeschichten (5). Strukturell
gesehen gibt es in diesen Geschichten drei Phasen: die Phase des Sich-Verliebens,
die der Trennung der Liebenden aus verschiedenen Gründen (meistens wegen
der Eltern bzw. der Gesellschaft) und schließlich die der Wiedervereinigung
oder auch Nicht-Vereinigung der Liebenden (6). Die
wichtigste Revolution mit Blick auf die Entwicklung des literarischen Lebens
stellt freilich die Atatürksche Schriftrevolution des Jahres 1928 dar.
Nur haben wir es hier nicht mit intentionaler Jugendliteratur zu tun, sondern
mit einer die Jugend bloß thematisierenden Literatur (7).
Im 19. Jahrhundert nehmen die westlich
inspirierten Modernisierungs- und Demokratisierungsbemühungen ihren Anfang.
Diese Bewegung hat besonders im soziokulturellen Bereich Wirkung gezeitigt.
Darum bezeichnet man diesen Zeitraum als eine Epoche der Ersten (1839-1908)
- die ersten Roman-Übersetzungen (8), die ersten Romane,
Kurzgeschichten etc. Die Verwestlichungsbewegung findet sich im letzten
Viertel des 19. Jahrhundert in allen Lebensbereichen. Das alles geschieht
mehr in den Großstädten, insbesondere in Istanbul (9).
In den Adoleszenzromanen aus der Zeit um 1900 stehen jugendliche Helden
im Mittelpunkt, die sowohl die gesellschaftlichen Dilemmata wie die Erziehungskonflikte
am eigenen Leibe erleben.
Die türkische Gesellschaft kommt
aus einer sehr langen osmanischen theokratischen Tradition. So ist leicht
zu verstehen, wie schwierig und langwierig sich dieser Verwestlichungsprozess
ausnahm. Man stößt ab Ende des 19. Jahrhunderts auf ein großes Schwanken
zwischen Tradition und Moderne im westlichen Sinn, ein Schwanken, das fast
bis in die 50er und auch 70er Jahre reicht. Die Jugendlichen dieser Zeit
befinden sich mitten in diesen Zwiespalt gestellt (Tanpınar, 1988, 160).
Mutluay (1973, 490) spricht von einem regelrechten sozialen Dilemma. Die
Jugend ist dabei oft Impulsgeberin der gesellschaftlichen Veränderungen.
Als die vorherrschenden Probleme
der Adoleszenz sind die Konflikte zwischen den Jugendlichen auf der einen,
den Erwachsenen und den gesellschaftlichen bzw. staatlichen Institutionen
auf der anderen Seite anzusehen. Ein weiteres Charakteristikum ist die
Suche nach einer neuen Identität. Wie Gündüz (1997) berichtet, ist die
Jugend mit allen gesellschaftlichen Institutionen und Werten im Konflikt.
Die Sehnsucht nach dem neuen Menschsein und dem neuen Land im westlichen
Sinne verstärkt sich Anfang des 20. Jahrhunderts, als sich die nationalen
Werte mit den Befreiungs- und Erneuerungsideen verknüpfen zur Utopie, dann
zur Realität eines westlichen, modernen und selbstständigen Staates. Aber
das grundlegende gesellschaftliche Dilemma, das Schwanken zwischen Tradition
und Moderne, bleibt aktuell und schlägt sich auch noch in der Literatur
der 1950er Jahren nieder - in Gestalt etwa des Konflikts zwischen intellektuellen
Jugendlichen und ungebildeten Landsleuten, wie er bspw. in den Schul- und
Dorfromanen immer wieder auftaucht. Dem vielleicht berühmtesten und komischsten
Schülerroman
Hababam Sınıfı (1950) (10) des
großen und bedeutenden Humoristen und Kinder- und Jugendbuchautoren R.
Ilgaz kommt große Bedeutung in der Geschichte der türkischen Adoleszenzliteratur
zu.
-3-
In den achtziger und neunziger Jahren
sehen wir Jugendbücher, die eigens für die Jugendlichen geschrieben sind
- z.B. İ. Onguns weibliche Adoleszenzromane. Aber K. Güners problemorientierter
weiblicher Adoleszenzroman Eroin Güncesi (1997) stellt einen Wendepunkt
in der türkischen Jugendliteraturentwicklung dar - und zwar aufgrund seiner
Verwendung des "Jugendjargons", der Sprache der Jugendlichen. Die im Roman
verwendete Sprache der Jugend ist hier das erste Mal in der türkischen
Jugendliteratur zu sehen und ist überhaupt etwas ganz Neues für die türkische
Literatur. Bedeutsam an diesem Roman ist ebenfalls seine Darstellung der
jugendlichen Subkultur in Istanbul und seine damit verknüpfte Auseinandersetzung
mit dem Thema Drogen. Dieses Thema in einem Jugendbuch zu finden war auch
etwas ganz Neues für die türkischen Leser. Im Hintergrund steht jedoch
eher die Kritik an den Erwachsenen, an den Werten und Grundsätzen der modernisierten
Gesellschaft. Es ist ein Roman der Diskrepanz zwischen der Jugend und den
Erwachsenen, zwischen Subkultur und Gesellschaft. Es ist ein Roman der
Enttabuisierung und Entwertung der neuen idealistischen und pädagogischen
Werte. Ganz entscheidend aber ist die kritische Einstellung der jugendlichen
Protagonistin ihren Eltern gegenüber. Aus diesen Gründen wurde dieser Roman
sehr viel kritisiert und diskutiert, ob sich so etwas "Jugendbuch" nennen
darf. Die meisten Diskussionen beschäftigen sich mit der 'Jargon'- Sprache.
Schließlich wollen wir die Beziehung
zwischen Pädagogik und Adoleszenzroman in der Türkei als Übergangsmittel
im literarischen Sozialisationsprozess untersuchen. Wir möchten vorschlagen,
den Adoleszenzroman in das Curriculum im allgemeinen Literaturunterricht
in den Sekundarschulen und auch an den Universitäten - besonders an den
Pädagogischen Fakultäten - aufzunehmen. Adoleszenzromane sind ja
als Zeit- und Gesellschaftskritik Ausdruck eigener Jugendwelten und stellen
so aktuelle und passende Schul- und Lesematerialien dar.
Im heutigen multimedialen Zeitalter
werden die Kinder schneller erwachsen als früher. Das Kind kennt schon
all die Geschichten, die es später als Text begegnet, aus den multimedialen
Kanons durch die audiovisuelle Technik. Auch setzt heutzutage die Mehrsprachigkeit
früh ein, schon in der Kindheit und Jugend. Daraus lässt sich folgern,
dass der Adoleszenzroman potenziell ein breites Lesepublikum hat, denn
die Grenzen zwischen Adoleszenzroman und Erwachsenenliteratur sind fließend.
Die Verwendung von Jugendromanen als Unterrichtsmaterialien im Lese- und
Literaturunterricht würde es den Lehrkräften ermöglichen, ein besseres
Verständnis für die Jugendlichen und ihre Subkulturen zu gewinnen. So kann
man die außerschulischen subkulturellen Eigenheiten und die Problematik
der jungen Menschen in den Klassenraum hinein tragen. Ein Literaturunterricht
mit der Welt der Jugend als Betrachtungsgegenstand würde den Lernenden
eine bessere Orientierungshilfe für das Leben liefern.
-4-
Der Literaturunterricht in der Türkei
bedarf der Reform. Zuerst sollte das Bildungsprogramm geändert werden,
und danach sollte die Lesesozialisation aufgebaut werden. Auch im Fremdsprachenunterricht
sollte man die Kinder- und Jugendliteratur als Übergangsliteratur (Abraham,
1999) verwenden. Am wichtigsten wäre es, den Lernenden Lust am Lesen beizubringen,
denn durch das Lesen werden die Schüler bzw. Studenten die Kultur- und
Welt des Anderen kennenlernen.
In der Praxis aber ist es nicht immer
leicht, Neuerungen schnell einzuführen, wie zum Beispiel in den Lehrplänen
an den Schulen. Das Curriculum für den Literaturunterricht an Primar- und
Sekundärschulen wird von einer Kommission des Erziehungsamtes festgelegt.
In diesen obligatorischen Lehrplänen sind seit Jahren die alten, verkürzten
und für Kinder und Jugendliche adaptierten Fragmente aus der türkischen
Jugendliteratur und auch teilweise aus der klassischen Weltliteratur für
Kinder zu finden. Diese Texte erscheinen Jahr für Jahr in den Lehrplänen,
was keine Relevanz für das Alltagsleben der heutigen Kinder und Jugendlichen
hat. Neue Texte kommen kaum vor, und deswegen finden die SchülerInnen diese
Lesetexte meistens sehr langweilig. Romane werden kaum im Unterricht gelesen
und nur selten als Hauslektüre aufgegeben. Auch zwingen die in den Lehrplänen
vorgesehenen Lehrmethoden die SchülerInnen zum fast verständnislosen Lernen,
anders gesagt, zum Nachahmen. So besteht im Literaturunterricht eigentlich
fast die Gefahr, dass die SchülerInnen die Lust am Lesen verlieren.
Im Curriculum für die 6.-11. Klassen
spielt die Literaturgeschichte die dominante Rolle. Die geschichtliche
Perspektive kann nicht so viel zur Erziehung und Bildung der Jugendlichen
beitragen wie das, was man doch eigentlich lesen und diskutieren -
besser gesagt mit den Texten erarbeiten - sollte. Außerdem haben die SchülerInnen
überhaupt keine Zeit zum Lesen, weil sie von einer Prüfung zur nächsten
hetzen. Auch im Literaturunterricht versuchen die Schüler prüfungsorientiert
zu lernen. Sie finden erst dann Zeit zum Lesen, wenn sie an die Universität
zum Studium aufgenommen sind. Deswegen kann man sagen, dass die Lese- und
Literatursozialisation in der Türkei sehr spät anfängt.
So steht fest, dass das türkische
Erziehungs- und Bildungssystem dringend Innovationen braucht, insbesondere
auf dem Gebiet der Lehr- und Lernmethoden. Der Literaturunterricht sollte
ja eigentlich zum Ziel haben, die Kinder und Jugendlichen schon früh zum
Lesen zu sozialisieren, sie auf die Wichtigkeit des Lesens aufmerksam zu
machen und ihnen die Lust am Lesen anzuerziehen. Die weitere Aufgabe des
Literaturunterrichts sollte die Hinterfragung und Diskussion des Gelesenen
sein, denn sein Endziel ist zweifellos, den Lernenden das unabhängige
Denken beizubringen.
[Eingereicht: 2/2001, überarbeitet: 3/2002]
Literatur
1. Primärliteratur
Ahmet Mithat
Efendi. (1869). Kıssadan Hisse. İstanbul.
Ahmet Mithat Efendi. (1870). Gençlik.
İstanbul.
Ekrem, R. Mahmut. (1896). Araba
Sevdası. İstanbul (neue Aufl. 1992): Morpa Kültür V.
Güner, Kanat. (1997). Eroin Güncesi.
İstanbul: Era V.
Ilgaz, Rıfat. (1950). Hababam
Sınıf. İstanbul: Çınar V.
-5-
Ongun, İpek. (1998). Yaş Onyedi.
İstanbul: Altın Kitaplar.
Plenzdorf, Ulrich. (1973). Die
neuen Leiden des jungen W. Rostock: Hirnstorff.
Salinger, Jerome David. (1951).
Gönülçelen
(Orig. The Catcher in the Rye, deutsch: Der Fänger im Roggen,
übs. von Heinrich Böll, Köln (1956), übs. 1982 von Adnan Benk. İstanbul:
Can V. und übs. von Coşkun Yerli (1997). İstanbul: YKY V.
Seyfettin, Ömer (1950). Bütün
Eserleri. İstanbul.
Tuğcu, Kemalettin (1940). Bütün
Eserleri. İstanbul.
2. Sekundärliteratur
Abraham, Ulf. (1998). Übergänge:
Literatur, Sozialisation und literarisches Lernen. Opladen, Wiesbaden:
Westdeutscher Verlag.
Alpay, Meral. (1979). Türkei.
In Klaus Doderer (Hrsg.). (1992). Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur
(S.
589-592). Weinheim und Basel: Juventa Verlag.
Alpay, Meral & Anhegger, Robert
(1975). Çocuk Edebiyatı Ve Çocuk Kitaplar. İstanbul: Cem Yayınevi.
Ewers, Hans-Heino. (1989). Zwischen
Problemliteratur und Adoleszenzroman. Aktuelle Tendenzen in der Belletristik
für Jugendliche und junge Erwachsene. Informationen des Arbeitskreises
für Jugendliteratur (2/1989).
Ewers, Hans-Heino. (1991). Adoleszenzroman
und Jugendliteratur - eine grundlegende Überlegung in geschichtlicher
Perspektive. Mitteilungen des Instituts für Jugendbuchforschung, (1/1991).
Gündüz, Osman. ( 1997). Meşrutiyet
Romanında Yapı ve Tema I-II; 3018, Bilim ve kültür eserleri dizisi;
901, Düşünce eserleri dizisi; 17, İstanbul: MEB Yayınları.
Lange, Günter. (1995). Adoleszenzroman.
In Baumgärtner, Alfred Clemens & Pleticha, Heinrich (Hg.).
Kinder- und Jugendliteratur.
Ein Lexikon: Autoren, Illustratoren, Verlage, Begriffe (S. 1-17). Meitlingen:
Corian.
Moran, Berna. (1997). Türk Romanna
Eleştirel Bir Bakş 1. İstanbul: İletişim V.
Moran, Berna. (1997). Türk Romanna
Eleştirel Bir Bakş 3. İstanbul: İletişim V.
Moran, Berna. (1996). Türk Romanna
Eleştirel Bir Bakş 2. İstanbul: İletişim V.
-6-
Mutluay, Rauf. (1973). Çağdaş
Türk Edebiyatı, 1908-1972. İstanbul: Gerçek V.
Özyer, Nuran. (1994). Edebiyat
Üzerine. Ankara: Gündoğan V.
Tanpınar, Ahmet Hamdi. (1988). 19uncu
Asır Türk Edebiyat Tarihi. İstanbul (7. Aufl.): Çağlayan Kitabevi.
Anmerkungen
1. Wie z.B. J.D.
Salingers Roman The Catcher in the Rye (1951) und U. Plenzdorfs
Roman Die neuen Leiden des jungen W. (1973).
2. Kelalettin
Tuğcu und Ömer Seyfettin sind die bedeutenden Kinder- und Jugendbuchautoren
vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Deren Erzählungen bzw. Kurzgeschichten
werden seit den Jahren an den Schulen als Unterrichtsmaterial für den Lese-
und Literaturunterricht verwendet.
3. Ausserdem M.
Alpay (mit R. Anhegger) und N. Özyer.
4. Vgl. Alpay.
5. Wie z.B: Ferhat
ile Şirin, Yusuf ile Züleyha u.a.; vgl. Alpay 1979, S. 589.
6. Am Ende stirbt
einer der Liebenden oder beide sterben zusammen. Diese Thematik wird dann
auch in den Adoleszenzromanen Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts
behandelt. Hier werden die Jugendlichen, ohne es selbst zu wollen, von
den Eltern verheiratet. Um diese autoritären Strukturen zu durchbrechen,
begehen die Protagonisten am Ende Selbstmord.
7. Wie zum Beispiel
Araba
Sevdası (1896) von R. M. Ekrem. Der türkische Autor Ahmet Mithat Efendi
hat darüber hinaus in besonderem Maße für Jugendliche geschrieben, z.B.
Kıssadan
Hisse (1869). Eine von A. Mithats Erzählungen mit dem Titel "Gençlik"
(Jugend, 1870) beschäftigt sich mit adoleszenten Jugendlichen und ihren
Liebesproblemen; sie endet mit einem Selbstmord. Einem ähnlichen tragischen
Schluss - oft nach vorausgegangener Zwangsheirat gegen die wahre Liebesneigung
- begegnet man in anderen Romanen der Tanzimat-Epoche am Ende des 19. Jahrhunderts
und dann auch Anfang des 20. Jahrhunderts.
8. Gründung des
Erziehungsministerium, Übersetzungsbüros, erste Tageszeitungen und Zeitschriften
u.a. (Tanpınar, S. 270).
9. Damals bedeutete
"Beyoglu Pera" Mode und Konsum nach französischer Art.
10. Auch dieser
Roman stellt den Konflikt zwischen alten Gewohnheiten und Traditionen auf
der einen und revolutionären Neuerungen, wie zum Beispiel dem neuen lateinischen
Alphabet oder dem neuen Bildungssystem, auf der anderen Seite dar.
Copyright ©
2003 Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht
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Asutay,
Hikmet. (2003). Der Adoleszenzroman in der türkischen Jugendliteratur und
Literaturunterricht in der Türkei. Zeitschrift für Interkulturellen
Fremdsprachenunterricht [Online], 8(1), 6 pp. Available: http://www.ualberta.ca/~german/ejournal/asutay2.htm
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