Studieren in Chemnitz. Wissen, was gut ist.






Der dritte Weg: Hochleistungsrechner-Simulation

Profilline 6: Modellierung, Simulation, Hochleistungsrechnen

Rechnersimulationen haben sich in den vergangenen 25 Jahren zu einer anerkannten dritten wissenschaftlichen Methode entwickelt, die die bisherigen beiden Methoden Theorie und Experiment sinnvoll ergänzt. An der Technischen Universität Chemnitz wie auch weltweit setzen Forscher immer mehr auf die Rechenleistung von Großrechnern, um komplexe realitätsgetreue Modellsysteme untersuchen zu können. Mit der Installation des Hochleistungs-Clusterrechners "CLiC" an der TU Chemnitz wurde dafür bereits vor fünf Jahren der Grundstein gelegt. Ein wesentlich leistungsstärkerer Nachfolger "CHIC" ist bereits in der Planung und wird insbesondere einem Konsortium aus 23 Professuren bzw. Instituten zur Verfügung stehen.

Um die Leistung derartiger, typisch hochparalleler Rechner nutzen zu können, ist eine starke interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen "Anwendern", Algorithmenentwicklern und Informatikern unabdingbar. Denn um eine Simulation möglichst schnell abschließen zu können - das heißt zum Beispiel in nur wenigen Stunden oder Tagen - müssen effiziente parallele Algorithmen entwickelt und der Computer auch richtig programmiert werden. Zum Vergleich sei ein Formel-1-Bolide herangezogen: Ein ungeübter Nutzer bleibt immer im ersten Gang.

CHiC-Architektur

An der TU Chemnitz haben sich seit über zwei Jahrzehnten die Gebiete der rechnergestützen Wissenschaften (Computational Science) sowie des parallelen und verteilten Hochleistungsrechnens mit zunehmender Verzahnung entwickelt. Die Koordinierung und Bündelung entsprechender Forschungsarbeiten in der Profillinie 6 "Modellierung, Simulation, Hochleistungsrechnen" wird es ermöglichen, im internationalen Wettbewerb des Wissens mitzuhalten.

In den folgenden Schwerpunkten sind Forschungsaktivitäten aus allen Fakultäten eingebunden, wobei die Fakultäten für Naturwissenschaften, für Mathematik und insbesondere auch für Informatik die tragenden Säulen sind.

Simulation in Technik und Naturwissenschaften

Simulationen praxisorientierter Probleme im Bereich neuer (Nano-)Materialien (siehe auch Profillinie 1, Seiten 3 - 10), der Strömungs- und Festkörpermechanik, der theoretischen Physik und Chemie erfordern höchsten Rechenaufwand. Insbesondere stellen atomskalige Simulationen neuartiger Dielektika extreme Anforderungen an die Rechenkapazität. Die Anwendung quantenmechanischer Methoden zur Lösung chemischer Fragestellungen auf Großrechnern ermöglicht neuartige Untersuchungen.

Rechnergestützte Optimierung im nichttechnischen Bereich

Die Optimierung realitätsnaher Probleme im nichttechnischen Bereich basiert auf zunehmend komplexen Modellbildungen und entsprechend umfangreichen Simulationen. Beispiele sind Simulationen in den Bereichen Wirtschaftspolitik, Finanzwirtschaft, Sportwissenschaft, Psychologie und der künstlichen Intelligenz. Beispielhaft seien Simulationen dynamischer Systeme für Konjunktur- und Wachstumsmodelle genannt.

Algorithmen für Hochleistungsrechnen

Die Entwicklung numerischer Verfahren zur Lösung praktischer Problemstellungen auf der Basis abstrakt-mathematischer Modellbeschreibungen für verschiedene wissenschaftliche und technische Anwendungen erfordert insbesondere hinsichtlich der an der TU Chemnitz verfügbaren Rechentechnik hochparallele mathematische Algorithmen. Neuartige numerische Techniken sind mit entsprechendem Informatik-Know-How zu verbinden, um auf parallelen Hochleistungsrechnern effiziente, realitätsnahe Simulationsrechnungen durchführen zu können.

Hard- und Softwaresysteme

Im Mittelpunkt stehen informatische Fragestellungen hinsichtlich kosteneffizienter Parallelrechnerarchitekturen, adäquater Systemsoftware, effizienter Kommunikationsmiddleware sowie großer Datenverwaltungssysteme. Ebenso ist der Bereich verteilter eingebetteter bzw. paralleler rekonfiguierbarer Systeme von Bedeutung. Zur Unterstützung der parallelisierung von Algorithmen und Anwendungen wird die Entwicklung entsprechender Tools und Umgebungen notwendig. Die Beantwortung theoretischer Fragestellungen zur Analyse von Güte und Laufzeiten von Algorithmen sowie der Simulation von Strukturen und Fehlertoleranzen fördert effiziente Lösungsansätze.

Visualisierungstechniken

Die Zielsetzung der Virtual-Reality-Technologie besteht darin, rechnerinterne Modelle dreidimensionaler Welten durch den Einsatz spezieller multimedialer Ein- und Ausgabegeräte für den Menschen weitgehend real erfahrbar zu machen. Verschiedenste wissenschaftliche Anwendungen (zum Beispiel VR im Maschinenbau,) machen von dieser Art der Ergebnisvisualisierung zunehmend Gebrauch.