Institut für Chemie






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2. Berufliche Möglichkeiten

 
Die drängenden Probleme der Gegenwart und Zukunft, wie die Bekämpfung und Verhinderung von Umweltschäden und nachteiligen Klimaveränderungen, die Sicherung der Welternährung, die Bekämpfung von Krankheiten, die Erschließung neuer Energieträger, Rohstoffe und Werkstoffe und deren Veredlung stellen wichtige und interessante Herausforderungen für angehende Chemiker/Chemikerinnen dar. Daraus ergeben sich die Zukunftsträchtigkeit und Zukunftssicherheit dieser Berufswahl.
 
Potentielle Arbeitgeber finden sich in der Industrie in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktion, Analytik und Qualitätskontrolle, Management, Patentwesen und Dokumentation, Vertrieb und Kundenberatung. Ein beträchtlicher Teil der Chemiker wird bei staatlichen Behörden wie Untersuchungs- und Gewerbeaufsichtsämtern eingestellt. Arbeitsmöglichkeiten bestehen auch an Forschungsinstituten wissenschaftlicher Gesellschaften, sowie den Universitäten und Hochschulen. Detaillierte Informationen zum Berufsbild „Umfeld des Chemikers“ sind auf der Internetseite http://www.gdch.de/ks.htm der Gesellschaft Deutscher Chemiker zusammen mit vielen weiteren Links aufgeführt.
Das Chemiestudium an der Technischen Universität Chemnitz bereitet Sie auf eine berufliche Tätigkeit in zahlreichen anwendungs- und forschungsbezogenen Arbeitsgebieten vor. Der Vielfalt der beruflichen Einsatzfelder entspricht das breit angelegte Studium. Es befähigt Sie, während Ihres gesamten Berufslebens den Fortschritten des Fachgebietes zu folgen, sie zu nutzen und sich den wandelnden Anforderungen in ihrem Beruf anzupassen.
Im Chemiestudium an der Technischen Universität Chemnitz finden Sie neben den drei chemischen Kernfächern (im Bachelor- und Master-Studium)
  • Anorganische Chemie
  • Organische Chemie
  • Physikalische Chemie
zusätzlich die obligatorischen Fächer
  • Technische Chemie
  • Polymerchemie
verpflichtend für alle Studierenden. Die damit verknüpften Lehrveranstaltungen decken weitere elementare Wissensbereiche der Chemie ab. Die in den beiden letztgenannten Fächern vermittelten Inhalte eröffnen den Studierenden weitere berufliche Einsatzgebiete, die über die Möglichkeiten, die mit den erworbenen Kenntnissen der organischen, physikalischen und anorganischen Chemie erworben wurde, hinausgehen: Kenntnisse in Technischer Chemie sind die Grundlagen für Prozess- und Verfahrensentwicklungen in der Chemischen Industrie, der Umwelttechnik und für eine Vielzahl anderer Industriezweige, in denen stoffumwandelnde Prozesse durchgeführt werden. Auch ein Einsatz in der nichtchemischen Industrie, zum Beispiel bei der Entwicklung von Verfahren für High-Tech-Anwendungen, wie die Mikrotechnologie, die Elektronik und den Fahrzeugbau, ist möglich. Die Ausbildung in Polymerchemie ermöglicht es unseren Absolventen, in der Synthese und Verarbeitung polymerer Werkstoffe, in Recycling-Prozessen zur gezielten Wiederverwendung und bei der Entwicklung von Entsorgungsmöglichkeiten tätig zu werden. Polymere sind ein oft unterschätzter, weil im allgemeinen wenig auffälliger Bestandteil der modernen Gesellschaft. Sie finden sich nicht nur in Gebrauchsgütern und Verpackungsmitteln, sondern auch als Spezialwerkstoffe, zum Beispiel in der Automobilindustrie, medizinischen Anwendungen oder in der modernen Kommunikationstechnologie.
Im Master-Studium besteht eine weitgehend freie Auswahl aus einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Lehrveranstaltungen. Allen denkbaren Kombinationen gemeinsam sind Veranstaltungen zur naturwissenschaftlichern Allgemeinbildung, zur wissenschaftlichen Kommunikation und beruflichen Praxis sowie die abschließende Magisterarbeit. Die angebotenen Lehrveranstaltungen – die stets theoretische und praktische Anteile in einer für eine experimentelle Wissenschaft typischen Weise ausgewogen enthalten – lassen verschiedene Schwerpunktbildungen zu, die sich an den besonderen Schwerpunkten unserer Universität, unserer Fakultät für Naturwissenschaften und unseres Institutes orientieren:
Materialien
Synthesen
Grenzflächen und Katalyse 

Mit diesen Schwerpunkten stehen folgende berufliche Einsatzmöglichkeiten im engen Zusammenhang:

Materialien sind Grundlage aller technisch wissenschaftlichen Entwicklung, ohne sie sind unser aktueller Stand der technischen Entwicklung ebenso wenig wie ein weiterer Fortschritt denkbar. In diesem Schwerpunkt stehen die Synthese und ihre Optimierung von Materialien als Werkstoffe gleichberechtigt mit ihrer Charakterisierung für Anwendungen im Mittelpunkt. Die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten qualifizieren für Tätigkeiten in zahlreichen Branchen der Industrie, in denen Kenntnisse von Materialien in ihrer gesamten Breite – von der Synthese bis zu den Eigenschaften und Anwendungen – im Mittelpunkt stehen.

Die Synthese(chemie) ist das wichtigste Standbein der chemischen Industrie. Sie umfasst sowohl das Verständnis des Ablaufes und der Steuerung chemischer Reaktionen als auch ein breites Spektrum analytischer Grundlagen und stark anwendungsorientierte Fragestellungen. Damit erwerben sich die Absolventen ausgezeichnete Startbedingungen für eine Tätigkeit in der forschenden und produzierenden chemischen Industrie. Fundierte Kenntnisse über Strategien und Methoden der Chemischen Synthese sind Basis für die Wirkstoffsuche in Pharmazie und Agrochemie.

Der Schwerpunkt Grenzflächen und Katalyse schafft einerseits exzellente Voraussetzungen für eine berufliche Tätigkeit im Bereich der Materialwissenschaften, der oberflächenveredelnden Industrie, in der Beschichtungs- und Dünnschichttechnik, der Mikroelektronik- bzw. Sensortechnologie bzw. der Mikrosystemtechnik. Andererseits spielt die Katalyse eine zentrale Rolle in der chemischen Großindustrie, da sie die Grundlage für Verfahrensoptimierung sowie Ressourcenschonung und nachhaltiges Wirtschaften darstellt.

Im gesamten Studienablauf werden Sie zahlreiche Methoden der chemischen und physikalischen Analytik kennen und verstehen lernen. Dies eröffnet Ihnen berufliche Möglichkeiten in zahlreichen Industriezweigen, in kommerziellen Untersuchungslaboratorien, staatlichen Untersuchungsämtern für Luft-, Wasser-, Boden- und Abfalluntersuchungen, in medizinischen und veterinärmedizinischen Einrichtungen, in der Arbeitssicherheit und vielen anderen Bereichen.