Struktur und Eigenschaften selbstorganisierter Monolagen von Mercaptopyridinen
Durch irreversible Adsorption verschiedener strukturisomerer
Mercaptopyridine (siehe Bild) aus wäßrigen Elektrolytlösungen
auf Goldoberflächen werden Adsorbatschichten erzeugt, die typische
Eigenschaften selbstorganisierter Monolagen (SAMs) zeigen.
Diese Monolagen zeigen zudem eine in ihrer Spezifizität und Stärke
von der Position der Mercaptogruppe abhängige Fähigkeit zur Extraktion
von Chromationen aus wäßriger Lösung (I. Turyan und D.
Mandler, Selective Determination of Cr(VI) by a Self-Assembled Monolayer-Based
Electrode, Anal. Chem. 69 (1997) 894). Diese gebundenen Ionen können
nach Lösungstransfer elektrochemisch nachgewiesen werden.
In diesem Projekt soll durch Kombination elektrochemischer (zyklische
Voltammetrie, Tensammetrie) und spektroskopischer Methoden (in situ oberflächenverstärkte
Raman Spektroskopie SERS) die Struktur dieser Lagen und die Art und Stärke
der Wechselwirkungen zwischen Pyridin und Goldoberfläche sowie Chromationen
aufgeklärt werden. In Zusammenarbeit mit D. Mandler, Hebrew University,
Jerusalem, Israel, sollen die Einsatzmöglichkeiten derartiger Adsorbate
zur Chromatanalytik ggfs. bis zu einem praktischen Verfahren geprüft
werden. Zur Unterstützung soll geprüft werden, ob und inwieweit
ähnliche Anionen gebunden werden. Dies könnte neben grundsätzlichen
Erkenntnissen auch praktische Hinweise für die genannte analytische
Applikation haben.
SER-Spektren von 4-MP auf einer Goldelektrode, oben: mit
Chromat; unten: ohne Chromat
Vergleichend sollen auf Goldkolloiden unterschiedlicher, definierter
Größe entsprechende SAMs hergestellt und mit SERS charakterisiert
werden. Neben Beiträgen zum noch immer nur unbefriedigend verstandenen
Mechanismus der Oberflächenverstärkung sollen Partikelgrößeneffekte,
die Auftreten, Art und Ausmaß der Selbstorganisation betreffen, studiert
werden.